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Bruno Mars in ZürichRestlos ausverkauft und voll verschwitzt

Das Quecksilber schlug Purzelbäume, als Bruno Mars am Freitagabend im Hallenstadion gastierte. Hier sind sechs Gründe, warum die Temperatur anstieg – und einer, warum die Stimmung nicht überkochte.

von
Schimun Krausz

Bei «24K Magic» standen schon beinahe alle der 13'000 Fans im Hallenstadion. <i>(Video: Schimun Krausz)</i>

Hoch die Hintern

Mit Song zwei, dem diesjährigen Hit «24K Magic», hatte Bruno Mars sie schon fast alle. Spätestens bei der nächsten Nummer, «Treasure» wurden auch die letzten Reihen der Sitzränge in Stehplätze umfunktioniert.

Mars steht für Spass

Kein Wunder, reisst der Hawaiianer sein Publikum mit Leichtigkeit mit. Es vergeht keine Sekunde, in der er und seine knapp zehnköpfige Band nicht präsent sind und grinsen, als hätten sie vor dem Auftritt eine Runde Spasspillen rumgereicht. Sogar der «Soul Train» hat in seiner 1970er Primetime selten den Druck erreicht, der am 12. Mai auf der Bühne des Zürcher Hallenstadions zelebriert wurde.

Pausen sind für Anfänger

Zwischenstopps gibt es dabei kaum welche. Bruno atmet höchstens mal tief durch, nach dem achten Song zieht er sein Baseball-Bowling-Shirt aus und tanzt im Blazer weiter, kurz vor der Zugabe steht ein etwas zu langes und leicht fehlplatziertes Piano-Intermezzo an – ansonsten kommt der 31-Jährige nie von der Überholspur ab. Also fast nie.

Die Enttäuschung

Ausgerechnet der 2010er Mega-Hit «Grenade» bremste den Amerikaner aus. Vielleicht lag es an der gar hohen Balladendichte seit «Chunky», vielleicht ist der Song auch einfach nicht so hübsch gealtert, jedenfalls war die Power-Schnulze der einzige wirkliche Dämpfer dieses energiegeladenen Abends in Zürich-Oerlikon.

Der Feuerzeug-Moment

«When I Was Your Man» machte diesen allerdings locker wett. Die Herzschmerz-Nummer, bei der sich auch gestandene Männer ohne Bedenken schluchzend in den Armen liegen dürfen, liess das Publikum die Feuerzeuge im Akkord zücken. Respektive die Smartphone-Lampen einschalten, wir leben ja im digitalen Zeitalter.

Bruno Mars in Zürich: «Uptown Funk»

Das Finale: «Uptown Funk» – war ja klar und war ja gut. (Video: Schimun Krausz)

Die Temperatur

Die Feuerzeuge hätten das Hallenstadion dann fast zum Überkochen gebracht; denn beinahe von Anfang an herrschten tropische Temperaturen – Die choreografierten Dance-Moves von Bruno und Band zeigten schnell Wirkung. Passend dazu stürmten nach dem fulminanten «Uptown Funk»-Finale Feuerwehrmänner die Bühne und scheuchten die Musiker mit Sprühschaum in den Backstage.

Soll nicht unerwähnt bleiben: das Warm-up mit Anderson .Paak

Einige seiner Songs kratzen bei Spotify zwar schon an der respektablen Marke von 20 Millionen Plays, trotzdem kennt der gemeine Bruno-Mars-Konzertgänger Anderson .Paak nicht unbedingt. Macht nichts, mit Beats von Dr. Dre und R. Kelly sowie ein paar «What's up, party peopleeee» gewinnt der Kalifornier die Menge bald schon für sich und behält sie, wenn er mit seiner Band The Free Nationals seinen eigenen, mit Soul und Funk durchtränkten R&B präsentiert. Besonders beeindruckend: Die Hälfte seiner 45 Aufwärm-Minuten poltert der 31-Jährige am Schlagzeug und singt dabei lupenrein weiter. Justin Bieber könnte sich zwei, dreissig Scheiben davon abschneiden.

Anderson .Paak macht den Bruno-Mars-Support

Anderson .Paak wärmte die Bruno-Mars-Meute gebührend auf. (Video: Schimun Krausz)

Wir hätten Ihnen gerne schöne Fotos der Show gezeigt, aber es wurden keine Fotografen zugelassen und die offiziellen Knipser der «24K Magic»-Tour hatten ihre Bilder bis Mitternach noch nicht fertig gephotoshoppt.

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