Rundumblick: Retro-Konsole der ETH begeistert Nerds weltweit

Aktualisiert

RundumblickRetro-Konsole der ETH begeistert Nerds weltweit

ETH-Forscher haben eine Uralt-Konsole von Nintendo zum 360-Grad-Gamegerät aufgemotzt. Mit dem getunten NES können bis zu acht Spieler zocken.

von
Ill-FiL

Als «coole Abendunterhaltung» für das Essen der Eurographics-Konferenz (siehe Box) gedacht, sorgt eine vom Game Technology Center der ETH Zürich modifizierte Uralt-Konsole derzeit weltweit für Furore. Eine Gruppe Wissenschaftler hat ein Nintendo Entertainment System (NES) aus den 1980er-Jahren zu einer Multiplayer-Konsole für bis zu acht Spieler mit Rundum-Projektion gemacht (siehe Video).

Der Clou des ETH-Nintendo-Systems ist die 360-Grad-Darstellung der 8-Bit-Plattform-Games: Acht Projektoren verwandeln ganze Säle in Panoramadisplays.

Old School statt Next Gen

Fabio Zünd forscht an der ETH im Bereich Game-Technologie und gehört der Gruppe Wissenschaftler an, welche die 360-Grad-NES-Konsole entwickelt haben. Das Ausgangsbild des NES wird am PC aufgenommen. «Eine von uns entwickelte Software fügt den Output dann in Echtzeit in ein Panoramabild zusammen. Dieses wird anschliessend an das 360-Grad-Projektionsystem weitergegeben und von acht Projektoren auf den Wänden dargestellt», sagt er.

Fabio Zünd forscht an der ETH im Bereich Game-Technologie und gehört der Gruppe Wissenschaftler an, welche die 360-Grad-NES-Konsole entwickelt haben. Das Ausgangsbild des NES wird am PC aufgenommen. «Eine von uns entwickelte Software fügt den Output dann in Echtzeit in ein Panoramabild zusammen. Dieses wird anschliessend an das 360-Grad-Projektionsystem weitergegeben und von acht Projektoren auf den Wänden dargestellt», sagt er.

Auf diese Weise bewegt sich die Spielfigur quasi endlos um die Gamer in der Mitte des Raumes herum. 2-D-Side-Scroller wie «Super Mario», «Castlevania» oder «Probotector» würden sich sehr gut für die 360-Grad-Projektion eignen. Zudem seien sie mit 8-Bit-Konsolen aufgewachsen, weshalb diese Geräte für die Forscher einen speziellen nostalgischen Stellenwert hätten. Deshalb hätten sie sich für ein NES und nicht für eine PS4 oder Xbox One entschieden, so Zünd.

Das ETH-Retro-Game-System der Zukunft sorgt weltweit für Aufsehen. Techportale wie etwa Arstechnica.com haben schon über das 8-Spieler-NES berichtet.

Neue Art Mehrspieler-Erlebnis

Zwei Monate hätten sie an dem Projekt «ganz nebenbei» gearbeitet, sagt Zünd. Doch nicht nur die Darstellung auf Saal-Wänden ist abgefahren. Die Tatsache, dass bis zu acht Spieler miteinander «Super Mario» zocken können, ist geradezu revolutionär. «Mit unserer Hardware können Gamer abwechslungsweise und ohne Unterbruch einer nach dem anderen mitspielen», erklärt der Game-Forscher. «Wer an der Reihe ist, hängt davon ab, auf welcher Wand die Spielfigur gerade herumhüpft.»

Alternativ könne man das System auch so einstellen, dass der Spieler alle paar Sekunden automatisch wechselt: «Es braucht sehr viel Kommunikation und Koordination unter den Gamern, um ein Level erfolgreich zu schaffen.» Somit eignet sich die ETH-Konsole perfekt für Party-Spiele.

Im Ausgang «Super Mario» zocken?

Tatsächlich haben die Forscher um Fabio Zünd ihr Game-System für einen gesellschaftlichen Anlass entwickelt. «Die projizierten Spiele trugen viel zur Atmosphäre der Party bei.» Allerdings fügt der ETH-Modder an, dass das System «für eine normale Party vielleicht ein wenig zu ‹nerdig›» sei. Allerdings sei es auch nicht die Idee gewesen, ein kommerzielles Produkt zu kreieren. «Es war eine einmalige Aktion», so Zünd.

«Aber da es so gut angekommen ist, ist es schon verlockend, es noch ein paar Mal aufzustellen. Und falls gerade kein Saal für die Projektion zur Verfügung steht, haben wir zusätzlich noch eine Version für die Cyberbrille Oculus Rift gemacht.»

Eurographics 2015

Die Eurographics ist eine jährlich stattfindende Konferenz der europäischen Vereinigung von Forschern im Bereich Computergrafik (European Association for Computer Graphics). Dieses Jahr fand die Konferenz zum 36. Mal statt. Durchgeführt wurde der Event vom 4. bis 8. Mai im Kongresshaus in Zürich.

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