Natural Power: Rettet das Gaspedal!
Aktualisiert

Natural PowerRettet das Gaspedal!

Nur E-Autos haben eine Zukunft? Fiat sieht das anders und setzt auf Erdgasmodelle wie den Panda Natural Power.

von
Nina Vetterli

Vielleicht erleben wir das eines Tages noch: Wir reden beiläufig vom Gaspedal und unser Enkelkind findet «Hä?». Weisch, in den guten alten Zeiten gab es noch Verbrennungsmotoren, Vergaser und eben Gaspedale, werden wir dann erklären. Was unser Enkelkind wahrscheinlich genauso albern findet wie manch einer heute die Elektroautos. Aber die Hersteller sind nun mal unter Druck, ihre Emissionen zu senken, elektrifizieren ihre Antriebe zunehmend, und falls sich der E-Antrieb durchsetzt, verschwinden eben auch die klassischen Auto-Begriffe.

Es sei denn, wir setzen – ganz im Sinne der Fiat-Gruppe – mehr auf Erdgas- denn Elektromodelle. Der Panda mit seinem auf CNG (Compressed Natural Gas) umgerüsteten 2-Zylinder-Turbo emittiert nur 86 statt 99 Gramm CO2 je Kilometer, wobei die Erdgasreserven laut den Italienern noch über 230 Jahre ausreichen. Wer ausschliesslich das aus Lebensmittelabfällen erzeugte Biogas tankt, fährt sogar fast klimaneutral. In der Gesamtbilanz sei ein E-Auto jedenfalls nicht umweltschonender, heisst es. Mit dem Unterschied, dass der CNG-Fahrer keine Reichweitenangst kennt: Fiats bivalenter Antrieb stellt nach rund 300 Erdgas-Kilometern einfach auf Benzin um, wobei der Zusatztank kaum weniger fasst als beim herkömmlichen Panda. Dabei soll sich das Modell trotz 3'000-fränkigem Aufpreis (der mit einem 1000-Franken-Zustupf von der Gasindustrie entschärft wird) auch gegenüber einem Benziner lohnen, denn wer Gas tankt, spart bis zu 30 Prozent Spritkosten.

Abgesehen davon ist dieser Panda eben ein Panda: Einfach, praktisch, gut, mit einem ziemlich laut knatternden 80-PS-Motörchen, das sich aber – wird es bei Drehzahllaune gehalten – durchaus munter gibt. Nein, der Kleinwagen ist nicht wahnsinnig sexy. Aber das ist das Wörtchen Strompedal auch nicht. Und hier kann man wenigstens guten Gewissens Gas geben.

Fiat Panda Natural Power

Modell: 5-türiger Kleinwagen mit bis zu 5 Plätzen.

Motor: 0,9-Liter-2-Zylinder-Turbobenziner mit 80 PS (59 kW).

Fahrleistungen: 0-100 km/h in 12,8 s. Höchstgeschwindigkeit 168 km/h.

Verbrauch: 4,8 Liter Erdgas/100 km Verbrauch, 86 g CO2/km.

Preis: Ab Fr. 20'650.

Marktstart: Ab sofort.

Infos: www.fiat.ch

Alltag

Der Kofferraum ist nur ein bisschen kleiner als normalen Panda, und Reichweiten-Angst gibt's keine: Wenn der Erdgas-Tank leer ist, fährt man mit normalem Benzin.

✭✭✭✭✭

Geld

Der Erdgasantrieb verspricht Kilometerkosten, die deutlich unter denen eines Benziners liegt. Für Vielfahrer dürfte sich der höhere Einstiegspreis lohnen.

✭✭✭✭

Sexappeal

Der Panda ist ein schnörkelloser Pragmatiker. Er schert sich nicht um Sexappeal. Und das sollte sein Fahrer auch nicht tun.

✭✭

Spass

Hält man das Motörchen bei Drehzahl-Laune, gibt es sich quicklebendig. Aber besonders viel Fahrspass kommt auf einer Landstrasse nicht auf.

✭✭

Umwelt

Dieser Panda verbrennt sauberer als ein Diesel oder Benziner. Voraussetzung ist, dass man eine der 130 Erdgas-Tankstellen aufsucht und möglichst Biogas tankt.

✭✭✭✭✩

Gesamt

Der Fiat Panda Natural Power ist eine sparsame, wirtschaftliche Alternative zum Benziner-Modell und uneingeschränkt alltagstauglich.

✭✭✭✩

«Der Zweizylindermotor zeigt sich auch im Erdgasbetrieb temperamentvoll. Aber der Spar- ist definitiv höher als der Spassfaktor.»

Deine Meinung