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Das braucht NervenRettet den Todespfad!

El Caminito del Rey in Spanien gilt als einer der gefährlichsten Wanderwege der Welt. Jetzt soll er saniert werden. Den Adrenalin-Junkies passt das gar nicht. Sie rufen zu Massenkletteraktionen auf.

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Durch die Schlucht von «El Chorro» in Malaga, in Südspanien, führt einer der gefährlichsten Pfade der Welt. In 100 Metern Höhe finden todesmutige Kletterer den Kick auf dem ungesicherten Weg. Im Jahr 1905 gebaut, wurde der Pfad nie saniert - «El Caminito del Rey» befindet sich in einem katastrophalen Zustand.

Der schmale Wanderweg hat entweder keine oder stark verrostete Geländer, der Boden weist an vielen Stellen Risse und Löcher auf oder ist gar ganz eingestürzt. Nachdem es zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen war, liessen die spanischen Behörden den Weg im Jahr 2000 blockieren.

Nach Sanierung nicht mehr gratis

Doch Adrenalin-Junkies aus aller Welt liessen sich vom Verbot nicht beeindrucken. Der Ansturm auf den haarsträubenden Pfad war sogar grösser als zuvor. Die Klettergemeinde filmte mit Helmkameras ihr Abenteuer, das bereits mit dem Zugang zum «Caminito» beginnt: ein Zugtunnel, durch den nach wie vor Güterzüge zirkulieren, führt zum Start. Ihre Aufnahmen posteten sie als eine Art Trophäe auf YouTube, wovon einige sich zu viralen Internet-Hits entwickelten.

Jetzt soll definitiv Schluss sein mit dem waghalsigen Kletterern: Die spanischen Behörden haben vor, den Weg nächstes Jahr komplett zu rekonstruieren, mit Geländer auf der gesamten Strecke, Licht und Schutzabdeckungen. Das etwa zehn Millionen Franken teure Bauprojekt soll in drei Jahren fertiggestellt werden. Danach dürften auch Kinder unter zwölf den Weg passieren.

Die Klettergemeinde hat wenig Verständnis für so viel Zivilisation. Sie reisen seit Wochen massenhaft in die Region, um den Weg ein letztes Mal in seinem Originalzustand zu gehen. «Es ist wahnsinnig schade, dass der Pfad saniert wird. Das wird ihm den Nervenkitzel nehmen», sagte ein Kletterer gegenüber «Daily Mail». Am meisten regt ihn aber auf, dass daraus ein Kommerz entsteht. «Nach der Restaurierung werden wir sicher dafür zahlen müssen.»

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