Warren Buffett: Rettet dieser Mann die Finanzwelt?

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Warren BuffettRettet dieser Mann die Finanzwelt?

Banken gehen bankrott oder werden übernommen, die Wall Street ist am Boden. Einer könnte in dieser Situation zum grossen Profiteur werden: Investment-Legende Warren Buffett. Seine Aktien stehen gut, Barack Obama und John McCain sehen in ihm den nächsten US-Wirtschaftsminister.

Der aus Omaha stammende 78-Jährige Investor Warren Buffett ist der reichste Mensch der Welt. Den grössten Teil seines Vermögens hat er in seiner Investment Firma Berkshire Hathaway angelegt. Spätestes nachdem George W. Goodman (Pseudonym «Adam Smith») ihm 1972 ein eigenes Kapitel im Buch «Supermoney» widmete, ist Buffett zum Star der Finanzwelt geworden.

Buffett beeindruckte immer wieder mit überragenden Anlageentscheidungen, die ihm auch den Spitznamen «Orakel von Omaha» einbrachten. Schlagzeilen machte er in den 80er Jahren, als er im grossen Stil Aktien von Coca-Cola, American Express und Gillette kaufte. Auch ganze Firmen übernahm er. Spektakulär war seine Rettung des Wall-Street-Hauses Salomon Brothers im Jahre 1991.

In den vergangen Monaten, als die aktuelle Krise schon an Fahrt gewann, sicherte sich Buffet das Stromunternehmen Constellation. Ebenfalls erwarb er für 800 Millionen Franken gut 3 Prozent am Rückversicherungskonzern Swiss Re.

Konservative Anlagestrategie

Seinen Erfolg verdankt Buffett seiner Anlagestrategie, die oft als konservativ bezeichnet wird. Er selbst beschreibt sie folgendermassen: «Wir investieren nur in eine Firma, wenn wir die Geschäfte verstehen, die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind, die Firma von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und sie sehr attraktiv bewertet ist.»

Buffett war nie ein Freund von hochriskanten Anlagen. Man dürfe das Geld, das einem von anderen Menschen anvertraut wurde, nie unnötigen Risiken aussetzen, lautet sein Credo. Auch der kleinste Geldbetrag soll mit Sorgfalt verwaltet werden.

Der Prophet schlägt zu und will Sicherheit zurückgeben

Lange Zeit bezeichnete Buffett die Preise für Aktien als viel zu hoch. Nun ist für ihn die Zeit gekommen, um zuzuschlagen. Geschätzte 24 Milliarden Dollar investierte er in den letzten Monaten in Firmen, die für ihn gute Aussichten haben. «Wenn andere Angst haben, muss man gierig sein, und umgekehrt», zitierte ihn der «Tages-Anzeiger».

Der Finanzguru will aber nicht nur Profit aus der Krise schlagen. Er möchte der US-Finanzwirtschaft auch ihre Sicherheit zurückgeben. Er setzt sich für einen schnellen Einsatz des Rettungspaketes ein und will auch selber seinen Teil zur Sanierung beitragen. Buffetts Meinung zufolge ist noch nichts verloren. «Unser System ist das Beste, alle Zutaten zu einer glänzenden Zukunft sind vorhanden.»

Obama und McCain wollen ihn

Auch politisch wird Buffett immer begehrter. Die beiden US-Präsidentschaftskandidaten glauben an seine Fähigkeiten und buhlen um die Gunst des Milliardärs. Beide, Barack Obama und John McCain, sagten beim TV-Duell am Dienstagabend, sie könnten sich Warren Buffett als Wirtschaftsminister vorstellen.

Buffett selber sieht Amerikas Zukunft aber in Obama, dem er auch mit Rat zu Seite steht. Dem demokratischen Kandidaten empfiehlt er, die Steuern der Reichen anzuheben und dafür den Mittelstand zu entlasten. Damit soll die Wirtschaft wieder an Schwung gewinnen.

Natürlich sind Buffetts Ratschläge nicht ganz uneigennützig. Seine jüngsten Investitionen bei Goldman Sachs und General Electric sind direkt vom Erfolg des Sanierungsplanes abhängig. Geht dieser schief, ist auch Buffett seine Investitionen los. Beide Firmen zahlen ihm aber auch einen Zins von 10 Prozent auf die je fünf Milliarden Dollar, die er investiert hat. Ist die Krise einmal überstanden, kann er sich auf einen satten Gewinn freuen.

Wie gross Buffetts Einfluss ist, zeigt die grosse Anzahl der Unternehmen, die ihn um finanzielle Hilfe ersuchten. Dazu gehörten unter anderem auch AIG und Lehman Brothers, die er jedoch beide abwies.

(scc/zac)

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