Aktualisiert 16.03.2006 18:24

Rettung für Schmidlin

Über 100 Entlassene des konkursiten Fassadenbauers Schmidlin AG in Aesch erhalten wieder Arbeit. Ein deutsches Unternehmerpaar will die Firma retten.

Die Aktiven des konkursiten Fassadenbauers Schmidlin AG in Aesch sind von einer neuen Gesellschaft des deutschen Unternehmerehepaars Günther und Ingeborg Tröster übernommen worden. Über 100 Entlassene erhalten wieder Arbeit. Die neue Gesellschaft operiert unter dem Namen Schmidlin TSK, wie das Unternehmen, der Verein «Arbeitsplätze Schmidlin erhalten» von Baselbieter Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften und die Wirtschaftsdelegation der Baselbieter Regierung am Donnerstag mitteilten. Die wieder Eingestellten sollen die Arbeit in Aesch am Montag aufnehmen.

Führende Stellung halten

Ziel sei, die Geschäftstätigkeit zügig auszubauen, damit die Firma ihre weltweit führende Stellung im Fassadenbau halten kann, heisst es in der Mitteilung der Schmidlin TSK. Laut dem Verein der Sozialpartner haben sich die neuen Investoren bereit erklärt, die Mitarbeitenden vorerst für fünf Jahre zu übernehmen.

Zudem wurden die Beschäftigten dem Gesamtarbeitsvertrag für das Schreinereigewerbe unterstellt. Geführt und finanziert wird die Schmidlin TSK vom Unternehmerehepaar Tröster, das laut Angaben des Unternehmens Eigentümer einer weltweit tätigen Gruppe von rund 50 Gesellschaften ist.

Die Gesellschaften seien unter dem Namen MERO-TSK in den Bereichen Bausysteme, Bodensysteme, Airport Technik und Ausstellungssysteme tätig. Unter dem Namen TSK Tröster Systeme und Komponenten seien sie zudem Zulieferer der Auto-, Bahn-, Luftfahrt- und Elektroindustrie sowie der Medizinaltechnik.

Weitere Arbeitsplätze

Die jetzt in Aesch getroffene Lösung kam mit massgeblicher Unterstützung des Vereins der Sozialpartner unter Federführung des Baselbieter FDP-Nationalrats Hans Rudolf Gysin zustande, wie die Schmidlin TSK festhält. Dabei habe die Baselbieter Regierung kurzfristig mit Mitteln der kantonalen Wirtschaftsförderung zum langfristigen Erhalt der 100 Arbeitsplätze beigetragen.

Der Verein will sich nun darum bemühen, weitere 50 bis 100 Arbeitsplätze zu erhalten und, wenn es die Auftragslage zulässt, diese ebenfalls bei der neuen Firma zu platzieren. Erfolgen soll dies im Rahmen eines Pilotprojekts zusammen mit den Staaatssekretariat für Wirtschaft (seco) und dem KIGA Baselland.

Das Pilotprojekt soll sich auf Artikel 75a des Arbeitslosenversicherungsgesetzes stützen, der weitere Massanhmen zum Arbeitserhalt neben den gesetzlich vorgesehenen erlauben soll. Von dem am 22. Februar bekanntgewordenen Konkurs der Schmidlin AG sind in Aesch rund 390 und weltweit rund 750 Angestellte betroffen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.