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Rettung im arktischen Packeis

Der in der Arktis in Not geratene Schweizer Extremsportler Thomas Ulrich ist am Samstag offenbar aus seiner misslichen Lage befreit worden.

Man habe indirekt eine Bestätigung, dass Ulrich mit einem Rettungshelikopter evakuiert worden sei, hiess es am Abend bei Ulrichs Unterstützungsteam in Interlaken.

Zur Rettung des auf einer Eisscholle am Nordpol in Not geratenen Schweizers waren am Samstagmittag zwei Helikopter aufgebrochen. Sie starteten um 13.00 Uhr Lokalzeit in Norils in Sibirien Richtung Sredny, wie es in Interlaken hiess. Da die Helikopter aber eine Distanz von rund 1.400 Kilometern zurücklegen und zum Tanken zwischenlanden müssen, zog sich die Rettung des 39-jährigen Berner Oberländers in die Länge.

Nach 21.00 Uhr sagte Christine Kopp vom Unterstützungsteam, es liege nun eine indirekte Bestätigung vor, dass Ulrich von einem Helikopter aufgenommen worden und auf dem Flug zu einer Wetterstation sei. Noch warte man aber auf einen direkten Kontakt über Satellitentelefon. Denkbar sei, dass Ulrich nun vor Erschöpfung zusammengebrochen sei.

Das Unterstützungsteam in Interlaken hatte zuvor mehrmals telefonischen Kontakt mit Ulrich gehabt. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. «Das Eis verhält sich ruhig, seine Moral ist stabil», heisst es. Aus medizinische Gründen sei eine Rettung aber sicher dringend notwendig. Ulrich habe Probleme mit einem früher erlittenen Leistenbruch, ausserdem bestehe bei minus 23 Grad die Gefahr von Erfrierungen und wegen mangelndem Süsswasser drohe Dehydrierung. Der 39-jährige Ulrich war nach mehrmaliger witterungsbedingter Verzögerung am vergangenen Mittwoch zur Expedition «Artic Solo» gestartet. Er wollte den Nordpol von Sibirien nach Kanada alleine zu Fuss zu überqueren. Am (gestrigen) Freitag brach er die Expedition wegen stürmischen Wetters und dünner Eisdecke ab. (dapd)

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