Beben in Afghanistan: Rettungsarbeiten in abgelegener Bergregion dauern an
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Beben in AfghanistanRettungsarbeiten in abgelegener Bergregion dauern an

Das verheerende Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion forderte mindestens 1000 Tote. Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer noch steigt. 

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Die Suche dauert noch an: Das bergige Terrain erschwert die Rettungsarbeiten. (22. Juni 2022)

Die Suche dauert noch an: Das bergige Terrain erschwert die Rettungsarbeiten. (22. Juni 2022)

AFP
Rettungskräfte in der Provinz Paktika.

Rettungskräfte in der Provinz Paktika.

Afghanische Nachrichtenagentur
Es sind mindestens 1000 Personen ums Leben gekommen.

Es sind mindestens 1000 Personen ums Leben gekommen.

Afghanische Nachrichtenagentur

Darum gehts

Nach dem verheerenden Erdbeben in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion dauern die Rettungsarbeiten an. Mindestens 1000 Tote und 1500 Verletzte beklagten die Behörden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Bakhtar am Mittwoch meldete. In den Unglücksgebieten gruben Helfer unterdessen Massengräber aus. Das gewaltige Beben hatte zahlreiche Bewohner am frühen Mittwochmorgen aufgeschreckt.

Mehrere Hilfsorganisationen sicherten dem Land unterdessen Unterstützung zu. «Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird, da die Such- und Rettungsmassnahmen noch andauern», teilte das UNO-Nothilfebüro (OCHA) mit. UNO-Generalsekretär António Guterres sprach den Opfern sein Beileid aus.

Ausmass der Katastrophe noch nicht bekannt

«Das Erdbeben in Afghanistan erschüttert ein Land, in dem rund 20 Millionen Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich ernähren sollen», sagte der Welthungerhilfe-Landesdirektor in Kabul, Thomas ten Boer. «Die lokalen Behörden haben bereits signalisiert, dass Hilfe von aussen willkommen sei. Das zeigt, dass aus eigener Kraft die Katastrophe, deren Ausmass noch nicht genau bekannt ist, kaum zu bewältigen ist», so ten Boer.

Die Taliban-Führung sprach den Opfern ihr Mitgefühl und Beileid aus. Nach Angaben von OCHA wurden bis zu 1800 Häuser in den betroffenen Provinzen zerstört. Afghanische Medien berichteten, ein Dorf sei komplett zerstört worden. Die Bauweise in der armen und wirtschaftlich schwachen Region ist aus Kostengründen nicht erdbebensicher, viele Familien leben dicht zusammen.

Erschwerter Zugang zu abgelegenen Regionen

Erschwert wurden die Rettungsarbeiten durch den Zugang zur abgelegenen Bergregion. Die militant-islamistischen Taliban, die seit August 2021 wieder in Afghanistan herrschen, riefen eine Notsitzung des Kabinetts zusammen. Mehrere Hubschrauber wurden in die Unglücksregion geschickt, um den Menschen vor Ort zu helfen. Ein Regierungssprecher rief Hilfsorganisationen zur Unterstützung auf. Einige Hilfsorganisationen trafen bereits am Mittwoch vor Ort ein.

Die US-Erdbebenwarte (USGS) vermeldete für das Beben die Stärke 5,9 sowie ein etwas schwächeres Nachbeben. Demnach befand sich das Zentrum des Bebens rund 50 Kilometer südwestlich der Stadt Chost nahe der Grenze zu Pakistan in rund zehn Kilometern Tiefe. Pakistanische Behörden hatten das Beben mit einer Stärke von 6,1 registriert. 

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(DPA/chk)

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