Krieg in der Ukraine: «Rettungsdienste können den Bedarf an Einsätzen kaum bewältigen»

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Krieg in der Ukraine«Rettungsdienste können den Bedarf an Einsätzen kaum bewältigen»

In den Gebieten der Ukraine, die unter täglichem Artilleriebeschuss und Bombardements leiden, sind Rettungsdienste besonders gefordert. Baselbieter Feuerwehren unterstützen ihre Kollegen vor Ort mit grosszügigen Materialspenden.

von
Steve Last
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Die Firma Stowa AG aus Rothrist AG hat Ausrüstung gespendet, die bei der Bekämpfung von Waldbränden rund um das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl zum Einsatz kommt.

Die Firma Stowa AG aus Rothrist AG hat Ausrüstung gespendet, die bei der Bekämpfung von Waldbränden rund um das havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl zum Einsatz kommt.

HelpUA.ch
Die Spenden sind so willkommen wie bitter nötig. Dieses Foto zeigt zerstörte Ausrüstung einer Feuerwehrstation bei Tschernobyl.

Die Spenden sind so willkommen wie bitter nötig. Dieses Foto zeigt zerstörte Ausrüstung einer Feuerwehrstation bei Tschernobyl.

HelpUA.ch
Eine Feuerwehrstation im täglich bombardierten Charkiw mit gespendeter Ausrüstung aus den Walliser Gemeinden Bagnes und Orsières.

Eine Feuerwehrstation im täglich bombardierten Charkiw mit gespendeter Ausrüstung aus den Walliser Gemeinden Bagnes und Orsières.

HelpUA.ch

Darum gehts

  • Die russische Invasion der Ukraine hat zahlreiche Menschenleben gefordert und viel Infrastruktur zerstört.

  • Damit die Rettungsdienste im vom Krieg erschütterten Land dennoch ihre Arbeit machen können, sind sie auf Spenden angewiesen.

  • Schweizer Feuerwehren springen in Zusammenarbeit mit dem Verein HelpUA.ch in die Bresche, um das Nötigste zu ermöglichen.

Es vergeht kein Tag, an dem in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine keine Munition der russischen Armee herniedergeht. Der russische Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew scheiterte und die Invasionsarmee zog sich weitgehend aus dem Norden des Landes zurück. Seither versuchen russische Truppen zu verhindern, dass sie von ukrainischen Gegenangriffen zurück bis an die Landesgrenze gedrängt werden. Das Mittel der Wahl: grosse Geschosse aus grosser Distanz.

Grosses Leid erfährt dabei die Zivilbevölkerung. Täglich berichten Medien und Geheimdienste von Beschuss in und rund um die Millionenstadt Charkiw. Die zivile Infrastruktur ächzt unter dem Dauerbombardement. Und wenns brennt, muss die Feuerwehr dennoch ausrücken. Nur was tun, wenn die letzte Bombe den Feuerwehrstützpunkt getroffen hat? Der Verein HelpUA.ch will den vom Krieg belagerten Feuerwehrleuten helfen und hat in der Schweiz willige Spendende gefunden.

«Spenden machen grossen Unterschied»

«Die Rettungsdienste sind überfordert und können aufgrund des schlechten Zustands ihrer Ausrüstung den aktuellen Bedarf an Rettungseinsätzen kaum bewältigen», sagt Tetiana Kaufmann von HelpUA.ch. Darum habe man sich an Schweizer Feuerwehren gewandt. Die Feuerwehren von Gelterkinden, Sissach und Biel-Benken BL hätten sofort reagiert und Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Hitzebeständige Overalls, Sanitätsuniformen, Feuerwehrstiefel und -helme, all das soll nächste Woche in die Region Charkiw geschickt werden. Auch der Baselbieter Feuerwehrverbund Frenke der Gemeinden Hölstein, Niederdorf, Lampenberg und Bennwil hätten gespendet.

Bereits eingetroffen ist laut Kaufmann von der Firma Stowa AG gespendetes Material für die Region rund um das 1986 havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl, wo die Feuerwehren in radioaktiv verseuchter Umgebung gegen Waldbrände kämpfen. Ebenfalls im Einsatz ist Ausrüstung von Feuerwehren der Walliser Gemeinden Bagnes und Orsières. «Die Sachspenden werden einen grossen Unterschied machen», so Kaufmann. 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

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