Alitalia: Rettungsplan und Entlassungswelle
Aktualisiert

AlitaliaRettungsplan und Entlassungswelle

Ein Rettungsplan für die insolvente italienische Fluggesellschaft Alitalia sieht nach Angaben von Arbeitsminister Maurizio Sacconi die Entlassung von 3250 Mitarbeitern vor.

Sacconi äusserte sich am Donnerstagabend in Rom am Rande der Gespräche über den Rettungsplan mit neun Gewerkschaften.

«Die, die das Angebot unterbreiten, schätzen, dass von 17 500 strukturell Beschäftigten bei Alitalia und (deren Konkurrenz) Air One 14 250 von der Gesellschaft selbst und anderen Firmen im Verbund mit der neuen Fluggesellschaft wieder eingestellt werden», sagte Sacconi.

Sacconis Angaben über Entlassungen waren deutlich niedriger als erwartet: Vorher war von 5000 bis 7000 Entlassungen berichtet worden. Sie schienen aber nicht das Los der mit Zeitverträgen beschäftigten Mitarbeiter zu enthalten, die zu den 20 000 Mitarbeitern der Alitalia gehören.

Der Chef des Gewerkschaftsverbandes CISL, Raffaele Bonanni, nannte Sacconis Zahlen in einer ersten Reaktion «beruhigend». Sie müssten aber noch überprüft werden, fügte er hinzu. Der Rettungsplan stammt Berichten zufolge von einer Gruppe italienischer Investoren, die eine Milliarde Euro in die Fluggesellschaft investieren wollen.

Alitalia hat nach eigenen Angaben wegen Arbeitsunruhen, gestiegener Treibstoffpreise und der Konkurrenz von Billigfliegern zuletzt zwei Millionen Euro pro Tag verloren. Die Nettoverschuldung Ende Juli wurde mit 1,172 Milliarden Euro angegeben. Ein Regierungsdarlehen von 300 Millionen Euro ist darin nicht enthalten. (dapd)

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