Sparmassnahmen: Rettungssanitäter verteilen jetzt Parkbussen
Aktualisiert

SparmassnahmenRettungssanitäter verteilen jetzt Parkbussen

Im Kantonsspital Glarus haben die Rettungssanitäter eine neue Aufgabe: Neben der Lebensrettung, verteilen sie nun auch Parkbussen. Ist das auch eine Idee für St. Gallen und Thurgau?

von
mwa
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Den Rettungssanitätern im Kantonsspital Glarus ist eine neue Aufgabe zugeteilt worden.

Den Rettungssanitätern im Kantonsspital Glarus ist eine neue Aufgabe zugeteilt worden.

Kantonsspital Glarus/Samuel Trümpy
Neben der Lebensrettung, verteilen sie nun auch Parkbussen.

Neben der Lebensrettung, verteilen sie nun auch Parkbussen.

Samuel Trümpy
Früher wurde dieser Job von einer privaten Firma gemacht. Die neue Regelung ist eine Sparmassnahme.

Früher wurde dieser Job von einer privaten Firma gemacht. Die neue Regelung ist eine Sparmassnahme.

iStock/Georgeclerk

Mehrmals am Tag rücken sie aus und retten unter Umständen Leben: Die Rettungssanitäter am Kantonsspital Glarus. Wenn ein Notruf reinkommt, geht es um Minuten. Den ganzen Tag stehen die Rettungshelfer deshalb auf Abruf bereit. In der Zeit zwischen ihren Einsätzen haben sie diverse kleinere Aufgaben. Die Reinigung der Krankenwagen, das Kontrollieren der Notfallrucksäcke oder die Hilfe auf anderen Abteilungen des Kantonsspital gehören zum Alltag eines Sanitäters. Das Aufgabenspektrum wurde neuerdings aber erweitert: Wie die «Glarner Nachrichten» berichten, verteilen die Rettungshelfer nun Bussen auf den Parkplätzen des Kantonsspitals Glarus.

«Um Kosten zu sparen, haben wir eine interne Lösung gesucht», sagt CEO Markus Hauser. Früher wurden die Parkplätze von einer privaten Firma kontrolliert. Die Aufgabe wurde nun den Rettungssanitätern zugeteilt. Doch die Idee sei nicht neu: «Andere Spitäler machen das schon länger so», sagt Hauser gegenüber den «Glarner Nachrichten». Das Ganze geschah nach Absprache mit dem Leiter des Rettungsdienstes. Nach wie vor sei gewährleistet, dass bei einem Notruf das Spitalauto innerhalb von drei Minuten weg sei, so Hauser.

Wie sieht es im Thurgau und St.Gallen aus?

Die Rettung St. Gallen ist anders organisiert, weshalb sich das Konzept aus Glarus in dieser Form gar nicht anwenden lasse, sagt Daniel Steimer, Leiter der Unternehmenskommunikation des Kantonsspital St.Gallen. «Der Rettungsdienst ist oftmals gar nicht bei den Standorten der Spitäler angesiedelt.» Der Auftrag, bei 90% der lebensbedrohenden Fälle innerhalb von 15 Minuten vor Ort zu sein, wäre ansonsten nicht gewährleistet.

Im Kantonsspital St.Gallen befinde sich zwar einer der Standorte der Rettung St.Gallen, trotzdem kann sich Steimer nicht vorstellen, dass die Sanitäter jemals die Parkplatz-Kontrollen durchführen müssen. «Bei uns macht das der Sicherheitsdienst.»

Im Thurgau ist es ähnlich. «Unsere Parkplätze werden von einem Partnerunternehmen gemanagt», sagt Christine Wunderlich, Assistentin der Spital- und Pflegedirektion des Kantonsspital Münsterlingen TG. Sie findet, dass diese Aufgaben nicht vermischt werden sollten.

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