Schuldenkrise: Rettungsschirm für europäische Banken
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SchuldenkriseRettungsschirm für europäische Banken

Die Krise systemrelevanter Banken, vor allem in Spanien, beunruhigt Europa. Bereits wird an einem Rettungsschirm gewerkelt, obwohl direkte Hilfen an Banken bisher tabu waren.

von
whr
Europas Schuldenkrise und die miserable Wirtschaftslage in Spanien schnüren den Banken immer mehr die Luft ab. Eine Risikovorsorge für faule Kredite brockten der Grossbank Santander zum Jahresauftakt einen Gewinnrückgang von fast einem Viertel auf 1,6 Mrd. Euro ein.

Europas Schuldenkrise und die miserable Wirtschaftslage in Spanien schnüren den Banken immer mehr die Luft ab. Eine Risikovorsorge für faule Kredite brockten der Grossbank Santander zum Jahresauftakt einen Gewinnrückgang von fast einem Viertel auf 1,6 Mrd. Euro ein.

Bisher hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Geldinstituten mit billigen Krediten in der Höhe von einer Billion Euro geholfen. Hilfen an Banken direkt aus dem Euro-Rettungsfonds waren tabu. Doch nun scheint sich das zu ändern. EZB-Präsident Mario Draghi hat sich für eine Auffanglösung für Banken auf europäischer Ebene ausgesprochen. «Eine Stärkung der Bankenaufsicht und eines Auffangsystems für Banken auf europäischer Ebene ist vordringlicher geworden.»

«Es wäre äusserst hilfreich, wenn jetzt daran gearbeitet würde», sagte der Notenbank-Chef am Donnerstag auf einer gemeinsamen Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission in Frankfurt.

Auffangfonds für 36 Banken

Sein Stellvertreter Vitor Constancio erläuterte, es gebe allein 36 grosse systemrelevante Banken, für die vorsorglich ein Auffangfonds gebildet werden sollte. «Das ist der einzige Weg, wie die verzwickte Frage der Lastenverteilung in der Krise gelöst werden kann.»

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen sagte der «Süddeutschen Zeitung», aus seiner Sicht müsse darüber diskutiert werden, ob Ländern bei der Abwicklung solcher Banken geholfen werden kann, die keine Zukunftschance mehr haben. Dazu sei in der Europäischen Union, zumindest aber in den 17 Ländern der Euro-Zone, ein Fonds zur Bankenrestrukturierung sinnvoll.

(whr/sda)

Bank Santander im Würgegriff der Euro-Krise

Europas Schuldenkrise und die miserable Wirtschaftslage in Spanien schnüren den Banken immer mehr die Luft ab. Eine Risikovorsorge für faule Kredite brockten der Grossbank Santander zum Jahresauftakt einen Gewinnrückgang von fast einem Viertel auf 1,6 Mrd. Euro ein.

Dabei stünden Abschreibungen von rund einer Milliarde Euro auf Geschäfte im spanischen Häusermarkt noch aus, sagte Santander-Chef Alfredo Saenz am Donnerstag. Die Finanzmärkte blicken nervös auf Spaniens Banken, die mit den Folgen des kollabierten Immobilienmarktes und steigenden Kreditausfällen in der gegenwärtigen Rezession zu kämpfen haben.

Unter dem Druck der hohen Arbeitslosigkeit und des Abschwungs können immer mehr spanische Unternehmen und Privatpersonen ihre Kredite nicht bedienen. In den Santander-Büchern stieg der Anteil fauler Kredite deshalb bis Ende März auf fast vier Prozent, wie das grösste Geldhaus der Euro-Zone weiter mitteilte. (sda)

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