Deutschland in Not: Reus soll «Schland» vor Blamage retten
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Deutschland in NotReus soll «Schland» vor Blamage retten

Nach dem missglückten Auftakt gegen Mexiko muss Titelverteidiger Deutschland bangen. Ein WM-Debütant soll gegen Schweden die Erlösung bringen.

von
fal
Hoffnungsträger: Jogi Löw könnte heute von Beginn weg auf Marco Reus setzen. (17. Juni 2018)

Hoffnungsträger: Jogi Löw könnte heute von Beginn weg auf Marco Reus setzen. (17. Juni 2018)

Keystone/Zurab Kurtsikidze

Nach dem 0:1 gegen Mexiko steht das Team von Jogi Löw unter besonderem Druck. Verliert der Weltmeister am 2. Spieltag der Gruppe F am Samstagabend auch gegen Schweden und holt Mexiko gegen Südkorea einen Punkt, ist die DFB-Auswahl out.

Lozano bringt Mexiko in Führung

Die Nummer 22 von Mexiko trifft zum 1:0 für Mexiko. Lozano knallt das Leder ins linke Eck.
(Tamedia/SRF)

Bitterer Auftakt: Nur Mexiko trifft beim WM-Start des Titelträgers. (Video: SRF)

Löw ist ausgezogen, als erster deutscher Trainer die Mission Titelverteidigung erfolgreich abzuschliessen. Das ist noch immer gut möglich, doch davon spricht derzeit keiner. Löw und seine Mannen, die mit 10 Siegen durch die 10 Spiele der Qualifikation spaziert waren, stehen vor dem Spiel gegen Schweden plötzlich und unverhofft im rauen Gegenwind.

Wohl ohne Hummels

Gemäss dem Bundestrainer wird Mats Hummels vermutlich nicht spielen können. Der Innenverteidiger verrenkte sich am Donnerstag im Training den Halswirbel. Ihn wird wohl Clubkollege Niklas Süle ersetzen. Jonas Hector steht dagegen ebenso wieder zur Verfügung wie bei den Schweden Victor Lindelöf. Die beiden Verteidiger hatten zuletzt erkrankt gefehlt.

Nach der lahmen Vorstellung der deutschen Offensivabteilung soll nun ein Dortmunder die Sturmabteilung wieder gefährlich machen. «Marco Reus von Borussia Dortmund, 29 Jahre alt, Offensivallrounder, Debütant in Russland – und von der zitternden Fussball-Nation nun als Erlöser eingeplant», schreibt n-tv.de. Um ihn sei zuletzt ein veritabler Hype entstanden, berichtet der deutsche TV-Sender weiter. «Die frohe Kunde aus Sotschi lautet: Der Heilsbringer ist bereit für Grosstaten, und er würde auch sehr gern vom Anpfiff weg zur Grosstat schreiten.»

Ein fragiler Spielertyp – und doch eine Rakete

Ob Reus, der beim 0:1 gegen Mexiko in seinem Teileinsatz zu seinen ersten WM-Minuten kam, allerdings von Beginn weg stürmen darf, steht noch nicht fest. Löw hüllt sich wie immer in Personalfragen vor der Partie lange in Schweigen. Reus selbst hofft natürlich, dass «ich zum Einsatz komme. Aber ich weiss es noch nicht.»

Dass im Land des Weltmeisters ein fragiler Spielertyp, der sich vor den WM-Turnieren stets verletzt hatte, als Hoffnungsträger bezeichnet wird, ist doch erstaunlich. Pechvogel Reus litt auch in der vergangenen Saison lange Zeit an einer Blessur, er bestritt lediglich in der Rückrunde Spiele mit dem BVB. «Der Bundestrainer kennt mich schlieslich auch schon länger, er weiss um meine Fähigkeiten», sagt Reus in Sotschi zu seinen Chancen. Löw selbst hat den Dortmunder schon des öftern gelobt und ihn auch schon als «Rakete» bezeichnet.

Allerdings: Eine Rakete kann nur abgehen, wenn sie auch gezündet wird.

(fal/sda)

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