Aktualisiert

Rey-Bellets Mutter «überlebte nur, weil sie sich totstellte»

Er hat seine beiden Kinder verloren, und seine Ehefrau liegt nach wie vor schwer verletzt im Krankenhaus. Jetzt hat sich Adrien Rey-Bellet zum ersten Mal über die Bluttat seines Schwiegersohns Gerold Stadler geäussert.

Der 70-Jährige ist überzeugt: «Es war ein geplanter Mord.» Trotzdem müsse er Stadler wohl verzeihen: «Ich glaube, er litt an einer gespaltenen Persönlichkeit.» Ebenfalls gestern wurde bekannt, was Stadler in den beiden Telefongesprächen vor seinem Selbstmord mit seinen Eltern besprochen hatte.

Im ersten Interview seit der Bluttat am Sonntag vor einer

Woche beschreibt Adrien Rey-Bellet, wie er das Drama erlebte – und die schweren Tage danach.

Gerold sei mit Corinne aus der oberen Wohnung, in der sie lebte, ins Parterre des elterlichen Chalets heruntergekommen, so Rey-Bellet gegenüber «Le Matin Dimanche». «Er hat verlangt, dass meine Frau und Alain anwesend sind», erzählt der Vater der beiden Opfer. Er selber habe Gerold Stadler beim Verlassen der Wohnung gekreuzt und ihm noch die Hand geschüttelt. Streit habe es keinen gegeben. Plötzlich hätte Stadler aber eine Waffe aus seiner Mappe gezogen und geschossen. «Im Spital hat mir meine Frau auch erzählt, dass sie nur überlebt habe, weil sie sich tot gestellt habe.» Nach den Schüssen habe sie Alain schreien gehört – doch sie hätte sich nicht getraut, Stadler zuzurufen, er solle aufhören.

Corinnes zweieinhalbjährigem Sohn Kevin gehe es verhältnismässig gut, sagte Adrien Rey-Bellet weiter. «Er fühlt oder ahnt, was passiert ist. Ich habe Kevin erzählt, dass sein Mami auf einer langen, langen Reise ist und sein Papa zurück nach St.Gallen gefahren ist. Er ist noch zu klein, um zu verstehen.»

Seinem Schwiegersohn werde er wohl vergeben müssen: «Ich glaube, Gerold litt an einer gespaltenen Persönlichkeit. Er war jemand, der um jeden Preis gewinnen musste – jemand, der weder eine Niederlage noch ein Nein akzeptieren konnte.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.