La grande bouffe: Rezepte und ihre Geschichten
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La grande bouffeRezepte und ihre Geschichten

Was entsteht aus ein paar Blättern Papier, gebrauchten Handtüchern, einigen Metern Faden und einer guten Idee? Richtig, ein eigenes Kochbuch. Gebastelt von Isabelle Christ und Angela Kuratli.

von
LnB

Entstanden ist die Idee bei einem diskussionsreichen Mittagessen unter Arbeitskollegen: Aufschreiben und sammeln sollte man sie – all die guten Rezepte, die sich im Alltag schon tausendfach bewährt haben, die vielleicht durch Zufall entstanden sind oder gar von Generation zu Generation weitergegeben wurden. «Wir waren uns sicher, dass in unserem Umfeld viele tolle Rezepte herumschwirren, die nur darauf warten, eingefangen zu werden», erzählt die junge Designerin Isabelle Christ. Also starteten sie und ihre Kollegin Angela Ku­ratli letztes Jahr einen Aufruf an Verwandte und Freunde. Entstanden ist eine Sammlung von ungefähr 100 Lieblingsrezepten – jeweils illustriert von denjenigen, die sie auch beigesteuert haben.

Die aussergewöhnlichste kulinarische Komposition ist wohl die «Chicken Cranberry and Brie»-Pizza von Petra Schneider aus St. Gallen, die das kuriose Rezept auf einer Neuseelandreise entdeckt hat. Oder die süss-sauren Fleischbällchen, auf deren Rezept der Basler Gaudenz Wacker beim Exhumieren alter Kochschulunterlagen gestos­sen ist. Oder aber das Zucchetti-Ingwer-Süppchen, das der Aarauer Cristoffel Bonorand in der Not aus den im Kühlschrank noch vorhandenen Zutaten zauberte. Jedes Rezept hat seine Geschichte – und deshalb ist «La grande bouffe» nicht nur ein Koch-, sondern auch ein Lesebuch.

Was ursprünglich als Weihnachtsgeschenk für die Verwandtschaft konzipiert war, entwickelt sich zusehends zu einer blühenden Internetcommunity. Auf der Website www.la-grande-bouffe.ch steuern User eigene Rezepte zu der Sammlung bei oder laden sie runter. Auch die aus Karton, Ringbuchmechaniken und gebrauchten Küchentüchern gebastelten Rezept-Ordner können dort bestellt werden. «Für die ersten Entwürfe hab ich den Wäscheschrank meiner Mutter geplündert», verrät Isabelle Christ. Inzwischen ist die Nachfrage jedoch so gross, dass sie systematisch Flohmärkte abklappert. www.la-grande-bouffe.ch

Geschmacksache: Gemüse und Früchte gehören zu jeder Mahlzeit

Von wem haben Sie gelernt zu kochen?

Nicole Delle Donne: Ich habe meiner Mutter schon früh in der Küche geholfen – das Kochen hat bei uns einfach zum Alltag gehört.

Sie haben eine Tochter. Ist es schwierig, Kinder für gesunde Ernährung zu begeistern?

Meine Tochter isst nicht gerne Früchte – und ich zwinge sie auch nicht dazu. Wenn sie mir beim Rüsten hilft, lernt sie wenigstens, dass Gemüse und Früchte eigentlich zu jeder Mahlzeit dazugehören. Das ist schon viel wert.

Kann man gesund kochen, wenn es ganz schnell gehen muss?

Klar, dann gibt es eben eine grosse Schüssel Salat, ein paar Teigwaren und ein Pouletbrüstchen. Wichtig ist die Verteilung: Die Hälfte des Tellers sollte mit Gemüse gefüllt sein.

Haben Sie einen Tipp gegen Heisshunger?

Wenn man das Essen plant, sollte es nicht so weit kommen. Falls doch, muss man jedes Mal neu entscheiden: nachgeben, ablenken, Obst oder eine herzhafte Alternative. (Lena Berger)

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