Aktualisiert 30.06.2009 19:37

StudieRhein drei Grad wärmer als vor 100 Jahren

Die Einleitung von Kühl- und Abwässern hat die durchschnittliche Temperatur des Rheins in den vergangenen 100 Jahren deutlich erhöht.

Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Umweltorganisation BUND hervorgeht, liegt die Wassertemperatur des Rheins heute um rund drei Grad höher als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Davon sei eine Temperatur-Erhöhung um etwa ein Grad auf den Klimawandel zurückzuführen.

Nach Angaben des BUND leiten Kraftwerke, Industriebetriebe und Kläranlagen Abwärme im Umfang von mehreren 10.000 Megawatt in den Rhein. Spitzenreiter sei dabei das französische Atomkraftwerk Fessenheim mit rund 4.000 Megawatt. Die steigende Flusstemperatur gefährde inzwischen die Wiederansiedlung des Lachses im Rhein. Wie Jörg Nitsch vom BUND Landesverband Hessen erklärte, stellen Lachse bei etwa 25 Grad Wassertemperatur ihre Sommerwanderung flussaufwärts ein. Die Temperaturen im Rhein würden inzwischen aber stellenweise bis zu 28 Grad erreichen.

Der BUND forderte daher den Verzicht auf den Bau neuer Kohlekraftwerke am Rhein und seinen Nebenflüssen. «Die gigantische Wärmelast, die dem Rhein zugemutet wird, ist Ausdruck einer völlig ineffizienten Stromproduktion in Kohle- und Atomkraftwerken», sagte Nitsch. (dapd)

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