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Anzeige Rheinfelden: Sind die Stadtgeissen verhungert?

Nach der Autopsie der Rheinfeldener Stadtgeiss Grisli ist für Tierfreund Ruedi Müller klar: das Tier ist verhungert. Nun zeigt er die Behörden an – wegen Tierquälerei.

von
pjz

In einem schwelenden Streit um die Haltung der Rheinfelder Stadtgeissen will Ruedi Müller Anzeige gegen die Stadtbehörde, den kantonalen Veterinärdienst und den zuständigen Tierarzt einreichen. Die Hauptvorwürfe: Tierquälerei und unterlassene Hilfeleistung. «Ich will einen gewissen Druck aufsetzen, damit endlich gehandelt wird», sagt Müller gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung».

Er ist der Partner der Geissenbetreuerin Esther Senn. Müller und Senn kritisieren, die Zwergziegen im Gehege der Stadt würden seit Jahren zu wenig zu fressen bekommen. Seit August 2013 seien drei erwachsene Tiere und vier Kitze verhungert. Die Schuld schreiben sie dem zuständigen Werkhof-Mitarbeiter zu.

Gutachten bestätigt Hungertod

«Wir haben nach dem letzten Vorfall selber sofort die nötigen Massnahmen in die Wege geleitet», sagt Roger Erdin, Rheinfeldener Stadtschreiber. Der von der Stadt beigezogene Veterinärdienst des Kantons gab Mitte Februar bekannt, die kürzlich gestorbene Zwergziege sei in sehr hohem Alter einem Wurmbefall erlegen.

Zu anderen Schlüssen gelangte Marianne Brunner, Leiterin der Forschungsstation für Ziegen und Zwergziegen in Schanfigg: «Ausnahmslos alle Organe, Gelenke, Knochen und die Muskulatur befanden sich in einem guten Zustand, es fehlte lediglich sämtliches Körperfett.» Brunner kennt die Rheinfeldener Herde seit 2001. Aus diesem Grund lieferte sie eine unabhängige Expertise über den Zustand der Tiere ab. Das verendete Tier sei vollständig ausgezehrt gewesen und die Herde zeige Mangelerscheinungen.

Brunners Gutachten stützte sich auf Fotos, Filme und Untersuchungsberichte, die von den Beteiligten im Zwergziegen-Fall zusammengetragen worden sind. Vor Ort war Brunner aber nicht. Das hatte Zweifel an ihren Befunden geweckt. Nun wird sich Brunner gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zusammensetzen und Ratschläge für eine verbesserte Haltung geben.

Zur möglichen Anzeige durch Ruedi Müller wollte sich Stadtschreiber Roger Erdin nicht äussern. «In erster Linie geht es uns um die Stadtgeissen. Wir wollen natürlich, dass es diesen gut geht», so Erdin.

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