Basel: Rheinhafen ins Elsass verlegen?
Aktualisiert

BaselRheinhafen ins Elsass verlegen?

Die Rheinhäfen platzen aus allen Nähten. Die Logistikfirma Rhenus will den Hafen deshalb im Elsass neu aufbauen.

von
Jonas Hoskyn
Peter Widmer von Rhenus Alpina hält seine Vision für realistisch.

Peter Widmer von Rhenus Alpina hält seine Vision für realistisch.

«Der Hafen ist viel zu klein, wir stossen an alle Grenzen», sagt Peter Widmer, CEO von Rhenus Alpina, dem grössten Player im Basler Hafen. Schon jetzt müsse seine Firma 10 bis 15 Prozent ihrer Güter für die Schweiz unterhalb von Basel entladen, weil die Kapazitäten nicht reichen. Mit dem Ausbau des Seehafens in Rotterdam nehmen die Mengen künftig nochmals zu. Gleichzeitig werde das geplante Insel-Wohnquartier auf dem Westquai den Hafen künftig weiter verdrängen. «Realistisch gesehen ist das der Todesstoss für den Hafen.» Deshalb will Widmer den Hafen rund zehn Kilometer rheinabwärts ins Elsass verlegen. Nach dem Modell des EuroAirport soll auf französischen Territorium ein komplett neuer Schweizer Hafen gebaut werden. Widmer spricht von einer «realistischen Vision», geht aber von mindestens 20 Jahren aus, bis nur die Staatsverträge unter Dach und Fach sind.

Die Idee stösst bei der Basler Regierung auf Anklang: «Das wär ein gutes Modell, aber es braucht sicher seine Zeit», so Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin. «Wichtig ist es, die Zwischenzeit zu überbrücken.» Deshalb lege er den Fokus darauf, dass es mit dem Bau des neuen Hafenbeckens 3, dem geplanten Containerterminal und den weiteren Entlastungsmassnahmen vorwärtsgeht.

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