Prikäre Lage: Rheinpegel im Jammertal - Ufer-Sanierer freuts
Aktualisiert

Prikäre LageRheinpegel im Jammertal - Ufer-Sanierer freuts

Wegen des tiefen Pegels des Rheins leiden nicht nur die Reeder. Einzig das Tiefbauamt freut sich: Die Ufersanierung wird so erleichtert.

von
Lukas Hausendorf

Für die Fische ist die Lage prekär geworden. Im Baselbiet mussten schon erste Bäche leergefischt werden. Im Rhein hat es bei einem Kaub-Pegel von 57 Zentimetern derzeit zwar noch genug Wasser, für die von der Rezession ohnehin schon gebeutelte Schifffahrt reicht das aber nicht. «Die Schmerzgrenze ist erreicht», sagt Heinz Amacker, Geschäftsführer der Basler Reederei Danser. Die Schiffe können nur noch zu höchstens einem Drittel beladen werden, viele Güter werden auf der Strasse transportiert. «Geld lässt sich so keines mehr verdienen», klagt Amacker. «Eine Schlechtwetterwoche wäre jetzt das Richtige.»

Auch das Kraftwerk Birsfelden wäre dringend auf ­Regen angewiesen, so Radio Basilisk. «Die Turbinenleistung ist nur noch bei 40 Prozent», sagt Werner Maier, ­Direktor des Kraftwerks, auf Anfrage. Der Oktober sei zwar nie stark, «doch dieses Jahr ist ausserordentlich».

Einzig für die Sanierung des Rheinufers im unteren Kleinbasel wirkt sich die Situation positiv aus. «Für uns ist es ein Segen», sagt Ruedi Bossert vom Tiefbauamt. Für die Arbeit im Wasser gilt: je tiefer der Pegel, desto besser. Morgen soll eine Kaltfront Regen bringen — Fluch und Segen zugleich.

Pegel gesenkt: Strafanzeige

Der Kanton Baselland erstattete am Montag Anzeige gegen die mutmassliche Urheberschaft der Pegelschwankung in der Birs. Am 25. August waren Tausende von Fischen wegen Wassermangels erstickt – weil der Birs-Pegel kurzzeitig um 25 cm gefallen war. Zum laufenden Verfahren gab die Bau- und Umweltschutzdirektion gestern keine Auskünfte: Man solle keine Rückschlüsse auf die Angezeigten ziehen können. Diesen drohen Gefängnis und Bussen.

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