Rheintal lockt Topverdiener an – Appenzell bleibt cool

Aktualisiert

Rheintal lockt Topverdiener an – Appenzell bleibt cool

Der Standortwettbewerb in der Ostschweiz ist knallhart. Mit einer neuen Dienstleistung will das Rheintal ausländische Spitzenkräfte in die Region locken.

Relocation Service heisst das neue Rheintaler Angebot. Die Hausfrauen und «Integration Manager» Dee Sieber (41) und Cornelia Masciali (37)

sollen sich um neu eintreffende Topkader von Industriefirmen im Rheintal kümmern. Sie suchen Wohnungen und Schulen, helfen bei Papierkram und zeigen nicht zuletzt die Vorzüge der Region auf, damit Manager sich auch hier niederlassen.

Das dient nicht nur einheimischen Firmen. Hochbezahlte Fachleute bedeuten auch hohe Steuereinnahmen. Und da hat das Rheintal gegen das benachbarte Appenzellerland einen schweren Stand. «Diese Aktion macht uns gar nicht nervös, unsere Wohnlage ist attraktiver und unsere Steuern sind tiefer», sagt denn auch selbstbewusst der Innerrhoder Landamman Bruno Koster.

Gar kalter Kaffee ist der Relocation Service für Ruedi Aerni von der Wirtschaftsförderung Ausserrhoden. «Wir bieten diesen Service schon lange an.» Schliesslich sei der Kampf um gutverdienende Fachkräfte knallhart – «und wenn diese im Rheintal Arbeit finden, sind natürlich alle an ihnen interessiert.»

Sascha Schmid

Was der neue Service bietet

Zu den Aufgaben des Relocation Service Rheintal gehört alles, was den ausländischen Fachkräften den Start in der Schweiz möglichst leicht macht. Dee Sieber und Cornelia Masciali helfen vor allem bei technischen Fragen: Wie meldet man sich beim Einwohneramt an, wie und wo entsorgt man den Abfall, wo findet man einen englischsprachigen Arzt. Auch helfen sie, den Kontakt zu anderen Landsleuten herzustellen. Doch die Betreuung hat auch ihre Grenzen. «Ich bin nicht dazu da, ständig die Unterhalterin zu spielen», so Masciali.

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