Au SG: Rheintaler Sex-Club lädt zum «Blas-Contest»
Aktualisiert

Au SGRheintaler Sex-Club lädt zum «Blas-Contest»

Der Konkurrenzkampf im Ostschweizer Milieu treibt immer seltsamere Blüten: Nach dem «Tag der offenen Beine» lädt nun ein Club zum «Blas-Contest».

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taw
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Das Palladium lädt zu einem «Blas-Contest.».

Das Palladium lädt zu einem «Blas-Contest.».

club-palladium.ch
Wer am schnellsten zum Höhepunkt kommt, gewinnt eine Stunde mit seinem Traumgirl.

Wer am schnellsten zum Höhepunkt kommt, gewinnt eine Stunde mit seinem Traumgirl.

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Im Paradise Romanshorn setzt man auf ein Europameisterschafts-Tippspiel.

Im Paradise Romanshorn setzt man auf ein Europameisterschafts-Tippspiel.

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«Lass dir gratis einen blasen und wenn du am schnellsten kommst, gewinnst du eine Stunde mit deinem Traumgirl»: So wirbt das Palladium in Au SG für den Blas-Contest am 3. Juni. «Die Idee stammt aus einem Club aus Deutschland. Dort kommt das extrem gut an», sagt Palladium-Geschäftsführer Andreas Tomaschek. Im vergangenen Herbst lud der Rheintaler Club zum ersten Mal selbst zum Oralsex-Event: 120 Gäste kamen. Gemäss Tomaschek war das Feedback sehr positiv und so rechnet er dieses Mal mit deutlich mehr Gästen. «Wir wollen unterhalten und etwas Neues bieten», so Tomaschek.

Beim Contest sollen zwei Frauen die Herren bedienen. Die Damen wurden im Vorfeld gefragt und machen es laut Tomaschek gerne. Die Männer ziehen Lose und kommen dann der Reihe nach dran, der Rest darf zusehen.

Weitere Aktionen

Mit dem Ziel etwas Einzigartiges oder Neues zu bieten ist das Palladium nicht allein. Passend zur Europameisterschaft in Frankreich lädt etwa die Kontaktbar Paradise Palace in Romanshorn TG ab dem 10. Juni zu einem Tipp-Spiel. Als Gewinn winkt etwa ein Blowjob.

Auch der Club Extravagant in St. Gallen fiel in der Vergangenheit schon mit einer kuriosen Aktion auf. Sie lädt jeden ersten Sonntag im Monat zum «Tag der offenen Beine». Für 250 Franken gibt es von 17 bis 23 Uhr Sex, so oft man kann inklusive Softdrinks. Einzige Regeln: Ein Zimmeraufenthalt dauert maximal 20 Minuten und nur mit jeweils einer Frau. Laut Alfonso Coretti, Betreiber des Extravagant, dient die Aktion vor allem dazu, Werbung für den Club zu machen.

Gewerbe zunehmend unter Druck

Fachstellen betrachten diese Entwicklung mit Sorge. «Das Sexgewerbe steht zunehmend unter Druck, da die bürokratischen Hürden immer grösser werden. Um dann über die Runden zu kommen, setzen die Betreiber auf immer ausgefallenere Aktionen», so Rebecca Angelini, Mediensprecherin der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ). Während grosse Betriebe so um Besucher kämpfen, sei es für kleinere Betriebe, in den die Frauen meist selbstbestimmter arbeiten, immer schwieriger zu bestehen. «In grossen Betrieben herrschen für die Frauen mitunter schlechtere Arbeitsbedingungen, vor allem in Hinblick auf die Selbstbestimmung», so Angelini. Zudem sei fraglich, dass die Frauen bei all den Aktionen für die Freier noch fair entlöhnt werden.

Auch im Milieu selbst gibt es kritische Stimmen. «Aktionen wie ein Blas-Contest sind unseriös», sagt die Geschäftsführerin aus dem Studio X in Au SG. Bei ihnen setze man auf Diskretion und habe viele Stammgäste. Der Konkurrenzkampf sei zwar hart – es gebe aber auch andere Methoden, um zu bestehen.

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