Aktualisiert 16.02.2005 06:25

Rice kritisiert Syrien

Nach der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri hat US-Aussenministerin Condoleezza Rice Syrien vorgeworfen, die Lage im Libanon zu «destabilisieren».

Zugleich betonte Rice in Washington, dass sich die Beziehungen der USA zu Syrien verschlechterten. Damaskus sei «leider nicht auf dem Weg einer Verbesserung der Beziehungen zu uns, sondern auf dem einer Verschlechterung», sagte Rice nach einem Treffen mit ihrem ägyptischen Kollegen Ahmed Abul Gheit. Zu möglichen weiteren Sanktionen äusserte sie sich nicht.

Rice machte Syrien zudem nicht direkt für das Attentat verantwortlich. Washington gebe niemandem die Verantwortung für den Anschlag, weise aber auf die Einmischung Syriens in die Angelegenheiten des Nachbarlandes hin.

Syrien ist mit rund 14 000 Soldaten im Libanon präsent. Die USA hatten am Dienstag bereits ihre Botschafterin aus Damaskus abberufen. Hariri war am Montag bei einem Bombenanschlag getötet worden. Neben dem Ex-Regierungschef kamen 14 weitere Menschen ums Leben, etwa 100 wurden verletzt.

Die libanesische Armeeführung befahl unterdessen die Generalmobilmachung. Zahlreiche Trupps patrouillierten an grossen Strassenkreuzungen und vor den öffentlichen Gebäuden in der Hauptstadt Beirut. Hariri wird am (heutigen) Mittwoch beigesetzt. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.