Rice warnt Nordkorea
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Rice warnt Nordkorea

US-Aussenministerin Condoleezza Rice hat Nordkorea eindringlich vor einem Raketentest gewarnt Dies wäre eine «sehr ernste Angelegenheit und eine Provokation».

Dies sagte Rice mit Bezug auf Geheimdienstberichte, wonach in Nordkorea offenbar der Test einer Langstreckenrakete bevorsteht, die auch die USA erreichen könnte. Die Rakete sei jetzt betankt, verlautete am Montag aus US-Regierungskreisen. Damit sei mit einem Start innerhalb eines Monats zu rechnen.

Offiziell wollte sich der Sprecher des Weissen Hauses, Tony Snow, nicht zu den Berichten äussern. Er und auch Rice verwiesen darauf, dass sich Nordkorea selbst ein Moratorium für Raketentests auferlegt habe. US-Präsident George W. Bush sei aber sehr besorgt und habe mit mehr als einem Dutzend Staatschefs telefoniert, sagte Snow.

Zahlreiche Länder erhöhten unterdessen den Druck auf Nordkorea, auf den Test zu verzichten. Japan, die USA, Australien und Neuseeland warnten das Regime in Pjöngjang vor ernsten Konsequenzen, sollte es tatsächlich eine Rakete vom Typ Taepodong-2 abfeuern. «Japan hat Nordkorea aufgefordert, den Versuch eines Raketenstarts zu stoppen», sagte der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi in Tokio. «Wenn Nordkorea jedoch nicht einlenkt und eine Rakete abfeuert, müssen wir mit den Vereinigten Staaten darüber beraten und strenge Massnahmen ergreifen.» Der US-Botschafter in Japan, Thomas Schieffer, nannte Sanktionen als eine mögliche Reaktion.

In Seoul forderte die südkoreanische Regierungspartei Pjöngjang auf, mit einem Raketentest einen Freund nicht in Gefahr zu bringen. Die Opposition warf der Regierung vor, nicht entschlossen genug gegen den nördlichen Nachbarn vorzugehen.

Auch Australien drohte Nordkorea mit «ernsten Konsequenzen». Aussenminister Alexander Downer zeigte sich sehr besorgt über die Berichte. Der Test einer Langstreckenrakete wäre eine grosse Provokation und würde Nordkorea in der Welt weiter isolieren. Neuseeland kündigte an, es werde sich noch in dieser Woche mit einer Botschaft an die nordkoreanische Regierung wenden. Auch Frankreich zeigte sich besorgt.

Seit Wochen mehren sich Berichte über einen geplanten Test einer Langstreckenrakete in Nordkorea. Das Land hatte sich aber 1999 ein Moratorium bezüglich der Tests von Langstreckenraketen auferlegt.

Das nordkoreanische Fernsehen nahm am Montag erstmals Bezug auf die Berichte über einen möglichen Raketentest. Dabei wurde ein russischer Medienartikel zitiert, wonach nicht bewiesen sei, dass Nordkorea über eine Langstreckenrakete verfüge. Das Land habe jedoch das Recht, eine Rakete zu besitzen, die die Spionage-Aktivitäten der USA sofort beenden könne, wurde der Bericht weiter zitiert. Darüber hinaus äusserte sich die nordkoreanische Regierung nicht zu den Spekulationen über einen Raketentest. (dapd)

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