Aktualisiert 24.05.2007 10:37

Richemont tickt goldrichtig

Richemont hat ein brillantes Geschäftsjahr 2006/07 hinter sich. Der Luxusgüterkonzern profitierte von der robusten Konjunktur und der steigenden Konsumlaune.

Besonders gefragt waren Uhren und edle Schreibutensilien.

Der Reingewinn kletterte in dem Ende März beendeten Geschäftsjahr um 21 Prozent auf 1,329 Mrd. Euro (rund 2,19 Mrd. Franken). Dabei steuerten die Mutter- und Tochtergesellschaften selbst 789 Mio. Euro zum Gewinn bei, nach 610 Mio. Euro im Vorjahr.

Die von Richemont gehaltene Beteiligung von 19 Prozent am Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) brachte weitere 540 (Vorjahr: 486) Mio. Euro ein, wie der Luxusgüterkonzern am Donnerstag mitteilte.

Höhere Margen

Der Betriebsgewinn stieg um 24 Prozent auf 916 Mio. Euro. Die Verbesserung sei eine Folge des höheren Umsatzes, einer Verbesserung der Bruttomarge und der fortgesetzten Kostenkontrolle, hiess es weiter. Der Jahresumsatz legte um 12 Prozent auf 4,827 Mrd. Euro zu, wie Richemont bereits vor einem Monat bekannt gegeben hatte.

Alle Geschäftsbereiche und Regionen entwickelten sich positiv. Insbesondere in Asien-Pazifik hielt der Luxusboom an. Im Schmuckgeschäft, das mit der Marke Cartier die höchsten Margen erzielt, betrug das Wachstum 9 Prozent auf 2,435 Mrd. Euro. Die Uhrensparte legte um 13 Prozent auf 1,203 Mrd. Euro zu.

Vom guten Ergebniss sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt eine ordentliche Dividende von 0.65 Euro und eine ausserordentliche von 0.60 Euro vor. Im Vorjahr hatte Richemont ingesamt eine Dividende von 1.10 Euro pro Aktie ausgeschüttet.

Organisches Wachstum im Vordergrund

Richemont strebt vornehmlich organisches Wachstum an. Sein Konzern solle sich hauptsächlich intern entwickeln, und nicht teuer einkaufen, erkläre Konzernchef Norbert Platt an einer Telefonkonferenz. Selbst alte, gut etablierte Marken können weiter wachsen. Richemont verfüge über ein ausgewogenes Portfolio.

Platt verwies zudem auf die ausgewogene geografische Präsenz seiner Gruppe. Richemont habe keine übermässige Abhängigkeit von einer Region. Dies solle so bleiben, nicht zuletzt um Risiken, insbesondere im Währungsbereich, besser abfedern zu können.

Platt hob aber insbesondere die aufstrebenden Märkte China, Russland oder den Mittleren Osten hervor, «welche die Uhren als Statussymbole entdeckt haben.» Auch in den USA sei dieser Trend zu erkennen.

Keine Prognose

Einen Ausblick für das Gesamtjahr gibt Richemont traditionell nicht. In den Märkten seien mittlerweile Übertreibungen festzustellen, begründete Platt.

Obwohl das Ergebnis die Erwartungen der Analysten übertraf, geriet die Richemont-Aktie bereits am Vormittag in einem schwächeren Gesamtmarkt unter Druck. Bis gegen Mittag verlor der Titel 2,2 Prozent auf 74.40 Franken. Angesichts der starken Performance der Aktie in der letzten Zeit könnten die Abgaben unter dem Kapitel «Gewinnmitnahmen» verbucht werden, hiess es am Markt.

Notiz: Die Meldung bsd118 wurde mit weiteren Angaben nach der Telefonkonferenz ergänzt und neu geschrieben.

(sda)

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