Richter: Diana wurde nicht ermordet
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Richter: Diana wurde nicht ermordet

Über zehneinhalb Jahre nach dem Tod von Diana hat der leitende Richter der öffentlichen Untersuchung vor dem Obersten Gericht in London einen Mord an der Prinzessin für ausgeschlossen erklärt. Dafür gebe es keinerlei Beweise.

Dies sagte Untersuchungsrichter Scott Baker am Montag. Behauptungen des ägyptischen Millionärs Mohammed al Fayed, wonach der Geheimdienst MI6 Prinzessin Diana am 31. August 1997 auf Betreiben des Ehemanns der Queen, Prinz Philip, bei einem inszenierten Unfall in Paris umgebracht hat, entbehrten jeder Grundlage.

Die von Al Fayed vorgetragene Verschwörungstheorie sei ganz offensichtlich falsch, erklärte Baker in seiner Zusammenfassung der sechs Monate währenden öffentlichen Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof in London. Es sei nun an der Geschworenen-Jury, den Fall aus juristischer Sicht ein für alle Mal abzuschliessen.

Mordthese ausgeschlossen

Zugleich schloss der Richter jede Möglichkeit für die elf Geschworenen aus, entgegen seiner Einschätzung doch noch zu dem Urteil zum kommen, dass die Prinzessin Opfer eines Mordkomplotts im Königshaus wurde.

Zu den fünf Möglichkeiten, die er der Jury liess, gehört die Feststellung, dass Diana und ihr Begleiter Dodi al Fayed Opfer von fahrlässiger Tötung wurden.

Die Geschworenen könnten in diesem Sinne die Alleinschuld dem Fahrer des Unfallwagens zuweisen, Henri Paul, zuweisen. Er habe in der verhängnisvollen Nacht des 31. August 1997 betrunken am Steuer gesessen, als die Limousine mit Diana und Dodi im Pariser Alma- Autotunnel gegen einen Pfeiler prallte.

Zudem könne die Jury auf fahrlässige Tötung durch die Paparazzi erkennen, die den Wagen verfolgten, legte Baker fest. Als fünfte und letzte Möglichkeit könnten die Geschworenen erklären, dass ein eindeutiges Urteil nicht möglich sei. Auch diese Variante würde aber einen Mord im Sinne der Anschuldigungen Al Fayeds gemäss der richterlichen Weisung ausschliessen.

Urteil anerkennen

Baker erinnerte daran, dass auch Al Fayed unter Eid erklärt habe, er werde das Urteil akzeptieren. Der Ägypter hatte die gerichtliche Anhörung mit der Behauptung erzwungen, er habe Beweise dafür, dass Diana und sein Sohn Dodi ermordet wurden.

(sda)

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