Richter sollen vor brutalen Schülern warnen
Aktualisiert

Richter sollen vor brutalen Schülern warnen

Ein SP-Grossrat fordert: Die Behörden sollen Lehrbetriebe und Berufsschulen vor jugendlichen Prüglern warnen.

von
Pedro Codes
Viele Teenager sind Wiederholungstäter. (Bild: keystone)

Viele Teenager sind Wiederholungstäter. (Bild: keystone)

Jugendliche mit einer aktenkundig gewalttätigen Vergangenheit müssten Lehrmeistern und Berufsschullehrern von den Behörden gemeldet werden: Dies fordert SP-Grossrat Markus Meyer. «Idealerweise sollen Jugendrichter von sich aus informieren, dass ein Schüler wegen Körperverletzung verurteilt wurde», findet er. Nur so könnten Lehrer und Ausbilder auf mögliche Gewaltsituationen mit diesen Jugendlichen reagieren.

«Das ist sehr heikel und diskriminierend», sagt dazu Juso-Stadträtin Tanja Walliser. «Die Betriebe könnten Betroffenen aufgrund dieser Information unter einem falschen Vorwand kündigen», bedenkt sie. Die Warnungen seien nicht nötig, solange die Leistung und das Verhältnis zum Ausbilder stimmten.

Anders sehen das die Ausbilder. Andreas Blaser, Schulleiter der Schlossbergschule in Spiez: «Wir wären froh um solche Meldungen.» Oft stelle sich erst nach Prügeleien heraus, dass ein Beteiligter bereits als gefährlich bekannt war.

Auch Herbert Binggeli von der gewerblich-industriellen Berufsschule Bern hätte gerne Informationen über Lehrlinge mit Gewaltpotenzial. «Bisher werden wir nur bei Jugend­lichen informiert, die sich schon im offenen Strafvollzug befinden.»

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