Richter will Prozess gegen Marco W. abgeben
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Richter will Prozess gegen Marco W. abgeben

Nach mehr als einem halben Jahr Untersuchungshaft in der Türkei gibt es für den Schüler Marco W. aus Uelzen neue Hoffnung.

Der Vorsitzende Richter des Prozesses im türkischen Antalya hat einen Antrag auf Entbindung von dem Verfahren gestellt. Entsprechende Informationen des Hamburger Magazins «Stern» bestätigte am Mittwoch der deutsche Verteidiger von Marco W. «Mir ist mitgeteilt worden, dass es einen solchen Antrag gibt», sagte Rechtsanwalt Michael Nagel am Mittwoch in Hannover.

Kommentieren wollte Nagel den Entbindungsantrag von Richters Abdullah Yildiz nicht. Über den Entbindungsantrag und den Befangenheitsantrag, den die Verteidigung vergangenen Woche gegen den Richter gestellt hatte, sei noch nicht entschieden worden, sagte er lediglich.

Zurückgewiesen wurde nach Angaben von Nagel die Haftbeschwerde, die Marcos Anwälte ebenfalls am vergangenen Donnerstag eingereicht hatten. Die Fortdauer der Untersuchungshaft sei erneut mit der Schwere des Anklagevorwurfs und dem Alter der 13-jährigen Britin begründet worden. Die Verteidigung bereite nun den angekündigten Antrag beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die überlange Untersuchungshaft vor.

Dem 17-jährigen Schüler aus Uelzen wird vorgeworfen, in der Nacht vom 10. auf den 11. April gegen den Willen der 13-Jährigen britischen Schülerin Charlotte sexuellen Kontakt mit ihr gehabt zu haben. Der Schüler aus Uelzen erklärte, das Mädchen habe sich als 15-Jährige ausgegeben, und er habe mit ihr nur einvernehmlich Zärtlichkeiten ausgetauscht. (dapd)

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