29.09.2020 17:28

Nach Manor-BoykottRichterich entfernt den «Mohrenkopf», aber nur von der Verpackung

Der Baselbieter Schokoladen-Fabrikant kann seine Produkte wieder im Manor verkaufen, nachdem sie neuerdings neutral verpackt sind. Das Laufener Familienunternehmen verzichtet aber auf eine Namensänderung.

von
Lukas Hausendorf
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Ein Bild aus der Vergangenheit: Die Bezeichnung Mohrenkopf findet sich auf den Verpackungen der Schaumküsse aus Laufen nicht mehr.

Ein Bild aus der Vergangenheit: Die Bezeichnung Mohrenkopf findet sich auf den Verpackungen der Schaumküsse aus Laufen nicht mehr.

Richterich AG
Manor hatte das Produkt im Juni aus seinen Regalen verbannt. Im Zuge der Black-Lives-Matter-Protesten stieg auch in der Schweiz der Druck auf die Detailhändler auf Produkte mit rassistisch konnotierten Namen zu verzichten.

Manor hatte das Produkt im Juni aus seinen Regalen verbannt. Im Zuge der Black-Lives-Matter-Protesten stieg auch in der Schweiz der Druck auf die Detailhändler auf Produkte mit rassistisch konnotierten Namen zu verzichten.

KEYSTONE
Manor nahm das Fabrikat aus Laufen nach zwei Wochen wieder in sein Sortiment auf, nachdem die Richterich AG versprochen hatte, im Herbst eine neutrale Verpackung einzuführen.

Manor nahm das Fabrikat aus Laufen nach zwei Wochen wieder in sein Sortiment auf, nachdem die Richterich AG versprochen hatte, im Herbst eine neutrale Verpackung einzuführen.

Richterich AG

Das Laufener Familienunternehmen Richterich hat den «Mohrenkopf» von der Verpackung entfernt und verkauft die Schokoladenspezialität seit kurzem nur noch unter neutraler Bezeichnung. Dies berichtet die «bz Basel» am Dienstag. Es handelt sich dabei aber nicht um einen eigentlichen Namenswechsel. Auf der Unternehmenswebsite und auch den Kartons wird weiterhin die Produktbezeichnung «Mohrenkopf» verwendet.

Der Laufener Familienbetrieb erklärte schon wiederholt, dass man am umstrittenen Namen unbedingt festhalten wolle und eher ganz aufhöre, als sich dem öffentlichen Druck zu beugen. Im Laufental und im Schwarzbubenland habe die Bezeichnung historische Wurzeln, die nichts mit dunkelhäutigen Menschen zu tun hätten. So würden die Laufener seit Jahrhunderten «Mohren» genannt, wobei das Wort auf die altdeutsche Bezeichnung für Wildschwein referenziere.

Dass auf der Verpackungsfolie nun auf die Bezeichnung verzichtet werde, sei ein «pragmatischer Entscheid» gewesen, erklärt Firmensprecherin Cécile Grüninger gegenüber der «bz Basel». Sie betont aber auch, dass man nicht dem öffentlichen Druck nachgegeben habe, sondern damit einfach dem Wunsch einiger Kundinnen und Kunden entsprochen habe.

Manor machte Druck

Pragmatisch wohl auch aus wirtschaftlichen Überlegungen. Manor hatte das Produkt im Juni aus seinen Regalen verbannt. Im Zuge der Black-Lives-Matter-Protesten stieg auch in der Schweiz der Druck auf die Detailhändler, auf Produkte mit rassistisch konnotierten Namen zu verzichten.

Manor nahm das Fabrikat aus Laufen nach zwei Wochen wieder in sein Sortiment auf. «Wir haben beschlossen, die Richterich-Schaumküsse wieder ins Sortiment zu nehmen, nachdem uns die Herstellerin bestätigt hat, dass die ursprüngliche Produktbezeichnung im Herbst in eine neutrale Bezeichnung geändert wird», erklärt Manor-Sprecherin Sofia Conraths der Zeitung.

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