Beliebte RBG: Richterin Ruth Bader Ginsburg war Vorlage für viele liebevolle Sketches
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Beliebte RBGRichterin Ruth Bader Ginsburg war Vorlage für viele liebevolle Sketches

Wer wegen des Todes der Richterin Ruth Bader Ginsburg Trost sucht, kann diesen in Sketches zu RBG finden. Die Clips wurden Millionen Male angeklickt und machten die Richterin noch bekannter. Ginsburg selbst mochte die Videos.

von
Jeremias Büchel
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Schauspielerin Kate McKinnon imitierte regelmässig Ruth Bader Ginsburg. 

Schauspielerin Kate McKinnon imitierte regelmässig Ruth Bader Ginsburg.

Screenshot
Auch über den Tod wurden Witze gemacht. 

Auch über den Tod wurden Witze gemacht.

Screenshot Youtube
So sieht Kate McKinnon aus, wenn sie nicht verkleidet ist. 

So sieht Kate McKinnon aus, wenn sie nicht verkleidet ist.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Die bekannte Richterin des US Supreme Court, Ruth Bader Ginsburg, ist am Freitag an einem Krebsleiden verstorben.
  • Ruth Bader Ginsburg galt als Vorreiterin für Frauenrechte und vertrat liberale Positionen und war gerade bei jungen Leuten sehr beliebt.
  • Unter anderem auch deshalb, weil sie auch immer wieder von Komikern imitiert wurde.
  • Oft wurden ihre Imitationen in der traditionsreichen Comedyshow «Saturday Night Live» (SNL) gezeigt.
  • Mit Stephen Colbert machte RBG mal gemeinsam Work-out.

Die US-amerikanische Justiz-Ikone Ruth Bader Ginsburg ist tot. Die älteste Richterin am höchsten Gericht der USA starb am Freitag im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung

Ruth Bader Ginsburg, auch RBG genannt, wurde gerade auch von jüngeren Leuten verehrt und war die bekannteste der neun Richter am Supreme Court. Wer verehrt wird, wird auch imitiert. So spielte Schauspielerin und Komikerin Kate McKinnon regelmässig die Richterin in Sketches bei der beliebten Comedyshow «Saturday Night Live» (SNL). Oft war sie Gast am sogenannten Update-Desk, einer Art Nachrichtenstudio, aber auf lustig gemacht. Dort unterhielt sie sich jeweils mit Colin Jost (Verlobter von Scarlett Johansson). Oft wurden Witze über das Alter gemacht, wie etwa hier:

«Als Richterin lebe ich den Traum aller älteren Personen. Ich werde dafür bezahlt, dass ich den ganzen Tag auf einer Bank sitze und über andere Leute urteile.»

Oder es wurden Witze darüber gemacht, dass der Tod bald kommen könnte. So sagte die fiktive Bader Ginsburg etwa, dass der richterliche Entscheid über die gleichgeschlechtliche Ehe hoffentlich sehr bald komme. «Bevor der Tod inne wird, dass ich immer noch lebe. Der Sensenmann kam schon mal, um mich zu sich zu holen. Doch ich schlug ihn bewusstlos und habe ihm seine Kleidung gestohlen.» Stolz zeigt sie darauf auf ihren schwarzen Richterumhang:

Stephen Colbert hat sogar mit Ruth Bader Ginsburg trainiert. Bader Ginsburg sagte vorab, dass sie jeweils Opern zum Training hört. Colbert liess dann aber «Everybody Dance Now» laufen, doch die Verfassungsrichterin setzte sich durch, und es wurde zu Opernmusik geschwitzt:

Auch ein weiterer Late-Night-Host, James Corden, bekannt dank den Car-Pool-Karaoke, hat in seiner «Late Late Show» ab und zu auch Witze zu RBG gebracht. Zum Beispiel, als sie sich eine Rippe brach. «Hört auf, Skateboard zu fahren im Gerichtshof», kommentierte Corden. Und: Um die gebrochene Rippe der liberalen Richterin zu feiern, hätte Präsident Donald Trump gleich drei McRip-Burger gegessen. Er denke aber, Bader Ginsburg sei sicher bald wieder auf den Beinen. Drei gebrochene Rippen seien doch kein Problem. Immerhin sei Senator Ted Cruz quickfidel, und der habe nicht einmal ein Rückgrat.

Komiker John Oliver hat in seiner Show «Last Week Tonight» die Richter als Tiere nachgestellt. Dies, weil es keine Videoaufzeichnungen von den öffentlichen Beratungen gibt, einzig Tonaufnahmen. Natürlich wurde auch Ruth Bader Ginsburg von einem Hund dargestellt:

Oft war Bader Ginsburgs Alter und eine mögliche Pensionierung ein Thema in den Sketchen. Doch weil Hillary Clinton 2016 nicht US-Präsidentin wurde, konnte RBG nicht in Pension gehen, sonst wären die liberalen Richter deutlich untervertreten gewesen. Man müsse sich keine Sorgen um sie machen, sie würde mit vielen Vitaminen vorsorgen, wie dieser Sketch zeigt:

2018 wurde Bader Ginsburg gefragt, was sie von den Imitationen von Kate McKinnon halte. «Ich mag die Schauspielerin, die mich verkörpert.» Manchmal würde sie ihren Kollegen im Gericht so frech kommen wie McKinnon in den Sketchen. Die beiden haben sich sogar vor rund einem Jahr in New York getroffen.

Justiz-Ikone Ruth Bader Ginsburg ist tot

In Washington begegnet man Ruth Bader Ginsburg oft. Das Gesicht der legendären Supreme-Court-Richterin prangt an Hausfassaden. In Souvenirläden ziert es T-Shirts und Baby-Bodys, Kaffeetassen und Socken. Mal trägt Ginsburg ein Krönchen, mal Boxhandschuhe. Den ständig wechselnden Kragen der Justiz-Ikone über ihrer schwarzen Richterrobe tragen ihre Abbilder ebenfalls Rechnung. Trotz schwerer Krankheit und Chemotherapie kam sie ihrem Amt am höchsten US-Gericht bis zu ihrem Tod nach. Am Freitag ist Ginsburg nun gestorben. Sie wurde 87 Jahre alt.

Ginsburg gilt als Vorreiterin für Frauenrechte und liberale Denkweisen. Für die Gleichberechtigung ging sie als junge Juristin aber nicht auf die Strasse: Stattdessen leistete sie als Richterin Pionierarbeit bei der Entwicklung von Gesetzen gegen die Diskriminierung von Frauen. Bevor sie selbst an den Supreme Court kam, habe sie den Richtern dort «wie eine Kindergärtnerin» erzählen müssen, dass Geschlechterdiskriminierung existiere, sagte sie einmal. Ginsburg machte sich auch für die Legalisierung der Abtreibung stark und sprach sich für die Gleichstellung von Homosexuellen aus. (SDA)

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