Millionen-Strafzahlung: Richterin will Strafe für Monsanto reduzieren
Aktualisiert

Millionen-StrafzahlungRichterin will Strafe für Monsanto reduzieren

Statt 289 Millionen nur 78 Millionen Dollar Schadenersatz an einen krebskranken Kläger? Die Bayer-Tochter Monsanto kann hoffen.

von
chk
1 / 8
Der ehemalige Hausmeister begnügte sich mit einer niedrigeren Summe: Kläger Dewayne Johnson klagte gegen den Konzern. (Archivbild)

Der ehemalige Hausmeister begnügte sich mit einer niedrigeren Summe: Kläger Dewayne Johnson klagte gegen den Konzern. (Archivbild)

AFP/Josh Edelson
Der Hausmeister macht den Agrarkonzern für seine Krebserkrankung verantwortlich: Dewayne Johnson sitzt als Kläger gegen Monsanto vor Gericht. (9. Juli 2018)

Der Hausmeister macht den Agrarkonzern für seine Krebserkrankung verantwortlich: Dewayne Johnson sitzt als Kläger gegen Monsanto vor Gericht. (9. Juli 2018)

Keystone/Josh Edelson via AP
Monsantos Anwälte zogen bei der Verhandlung den Kürzeren.

Monsantos Anwälte zogen bei der Verhandlung den Kürzeren.

Keystone/Josh Edelson via AP

Der Bayer-Konzern kann im ersten US-Prozess um Krebsrisiken von glyphosathaltigen Unkrautvernichtern der Tochter Monsanto mit einer geringeren Strafe rechnen. Die Richterin Suzanne Ramos Bolanos wies am Montag zwar einen Antrag von Monsanto auf einen neuen Prozess ab.

Sie will aber die in einem früheren Urteil verhängten Schadenersatzzahlungen für den US-Saatguthersteller stark senken. Falls der Kläger sich mit der geringeren Entschädigungssumme begnüge, werde der Fall nicht neu aufgerollt, heisst es in dem entsprechenden Gerichtsdokument. Im Gespräch seien nunmehr 78 Millionen Dollar.

Unheilbar krank

Im August hatte die Geschworenenjury des Gerichts in San Francisco Monsanto zu einer Schadenersatzzahlung von insgesamt 289 Millionen Dollar an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne «Lee» Johnson verurteilt. Der ehemalige Hausmeister ist unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt und macht die Herbizide von Monsanto dafür verantwortlich, mit denen er lange arbeitete.

Video – Millionenstrafe gegen Monsanto (11. August 2018)

Ein Geschworenengericht hatte die Bayer-Tochter verurteilt, einem an Krebs erkrankten Mann 289 Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen. Video: Tamedia/Reuters

Die Laienrichter sahen es als erwiesen an, dass Monsanto-Produkte mit dem Wirkstoff Glyphosat krebserregend sind und der Hersteller davor nicht ausreichend gewarnt und die Risiken verschleiert hat. Bayers Tochter Monsanto legte daraufhin Berufung ein und forderte, dass der Fall wegen unzureichender Beweise neu verhandelt wird.

Johnsons Anwälte erklärten in der Nacht auf Dienstag umgehend, das weitere Vorgehen nun zu prüfen. Sie begrüssten aber, dass die Richterin das Urteil als solches aufrecht erhalten habe. (chk/sda)

Deine Meinung