50’000 Franken - Ricola sammelt online Geld von Kunden für neuen Kräuterdrink
Publiziert

50’000 FrankenRicola tüftelt am Kräuterdrink – und holt sich dafür Geld von Kunden

Das Familienunternehmen hat für einen neuen Kräuterdrink ein Crowdfunding lanciert. Die Aktion könnte der Marke schaden. Denn die Firma hat genug Geld für neue Produkte.

von
Barbara Scherer
1 / 8
Ricola sammelt Geld für das neue Getränk Herbling.

Ricola sammelt Geld für das neue Getränk Herbling.

Ricola
Über Crowdify will das Unternehmen 50’000 Franken zusammenbekommen für den neuen Drink.

Über Crowdify will das Unternehmen 50’000 Franken zusammenbekommen für den neuen Drink.

Ricola
Hinter der Aktion steckt das Innovationsteam von Ricola.

Hinter der Aktion steckt das Innovationsteam von Ricola.

Ricola

Darum gehts

  • Ricola hat ein Crowdfunding für ein neues Kräutergetränk gestartet.

  • Das Unternehmen will auf diesem Weg mit Menschen in Kontakt treten, die sich mit der Marke verbunden fühlen.

  • Dabei könnte die Aktion der Marke Ricola aber auch schaden.

Wenig Zucker, ohne Alkohol, dafür mit viel Kräutergeschmack: Herbling heisst der neueste Drink von Ricola. Noch steckt das Produkt in der Entwicklungsphase. Denn die Traditionsmarke hat für das neue Getränk ein Crowdfunding lanciert.

50’000 Franken sammelt der Schweizer Hersteller von Kräuterbonbons zurzeit über die Plattform Crowdify. Hinter der Aktion steckt das Innovationsteam von Ricola. Normalerweise würde das Unternehmen Testpersonen bezahlen, um neue Produkte herauszubringen.

Aktion könnte Marke schaden

Dass eine grosse Firma Geld für ein neues Produkt sammelt, irritiert Marketing-Expertin Adrienne Suvada von der ZHAW: «Crowdfundings sind eigentlich für Leute gedacht, die zu wenig Geld besitzen, um ihre Ideen umzusetzen.»

Ein Unternehmen wie Ricola sollte laut Suvada nur Geld für Hilfsprojekte sammeln. Um neue Produkte zu lancieren, sollte eher ein Wettbewerb veranstaltet werden. Die Community sollte daran beteiligt werden und die Möglichkeit erhalten, Ideen einzubringen.

«Mit dem Crowdfunding läuft Ricola Gefahr, der eigenen Marke zu schaden», so Suvada. Die Aktion errege zwar Aufmerksamkeit. Doch das Projekt könne auch negativ wahrgenommen werden: «Schliesslich geht es Ricola finanziell gut und die Marke hat es nicht nötig, Geld für neue Produkte zu sammeln.»

Ricola will neue Methode testen

Ricola sieht kein Problem in der Crowdfunding-Aktion. Geld scheint nicht im Vordergrund zu stehen: Das Unternehmen wolle stets neue Methoden testen, um Produkte den Konsumentinnen und Konsumenten vorzustellen, und habe sich darum für diese Form entschieden, heisst es auf Anfrage.

Im Gegensatz zu klassischen Markttests, die generell auch mehr Zeit in Anspruch nehmen, könne Ricola auf diesem Weg mit Menschen in Kontakt treten, die eine tiefe Verbundenheit zu Ricola und ihren Produkten empfinden.

Die Geldgebenden hätten ein persönliches Interesse an der positiven Entwicklung des Unternehmens «und möchten das Produkt auf Eigeninitiative hin testen», wie das Unternehmen gegenüber 20 Minuten sagt. Alles gesammelte Geld werde in die Produktion des neuen Drinks investiert.

Gemeinsam mit den Geldgeberinnen und Geldgebern wolle das Unternehmen herausfinden, ob das Produkt Anklang findet und welche Aspekte verbessert werden können. Bisher habe man für die Aktion viel positives Feedback erhalten, heisst es weiter.

Das ist Ricola:

Die Ricola AG ist ein Schweizer Hersteller von Kräuterbonbons, -perlen, -pastillen, Instant- und Beuteltees, mit Hauptsitz im basellandschaftlichen Laufen. Das Unternehmen exportiert Kräuterspezialitäten in mehr als 50 Länder. Dafür hat Ricola mit über 100 Bauern aus dem Schweizer Berggebiet fixe Abnehmerverträge geschlossen. Weltweit beschäftigt das Familienunternehmen mehr als 500 Mitarbeitende. 2021 wurde Ricola zu einer der angesehensten Marken der Schweiz gewählt. Das Unternehmen macht jährlich einen Umsatz von rund 300 Millionen Franken.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

26 Kommentare