SOS «Ever Given»: Riesen-Frachter läuft auf Grund – und steckt quer im Suezkanal fest
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SOS «Ever Given»Riesen-Frachter läuft auf Grund – und steckt quer im Suezkanal fest

Eines der grössten Containerschiffe der Welt, die «Ever Given», steht quer im engen Suezkanal und blockiert die wichtige Transportverbindung zwischen Europa und Asien. Das könnte Auswirkungen auf den Welthandel haben.

Die unter panamaischer Flagge fahrende «Ever Given» ist gestern, Dienstag, etwa sechs Kilometer nördlich von Suez auf Grund gelaufen, teilten die ägyptischen Behörden mit. Das knapp 400 Meter lange und 59 Meter breite Schiff stecke zwischen beiden Ufern des Kanals fest. Schlepper würden mindestens zwei Tage brauchen, um es wieder flott zu bekommen.

Der Bug der «Ever Given» berührte die östliche Mauer des Kanals, wie aus Daten von MarineTraffic.com hervor geht. Ihr Heck scheint an der Westmauer festzustecken. Auf Instagram sind Bilder veröffentlicht worden, die einen Bagger zeigen, wie er offenbar versucht, Sand unter dem Bug zu entfernen.

Mit einem Bagger wird versucht, Sand unter dem Bug hervorzuschaufeln. 

Mit einem Bagger wird versucht, Sand unter dem Bug hervorzuschaufeln.

VIA REUTERS

Das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC erklärte, auf dem Schiff sei der Strom ausgefallen. Der Schiffsverwalter Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) bestritt das. Der Schiffsbetreiber Evergreen Marine aus Taiwan teilte der Nachrichtenagentur AP mit, die «Ever Given» sei von starkem Wind erfasst worden. Ein ägyptischer Beamter äusserte sich ähnlich. BSM versicherte, die Mannschaft sei in Sicherheit, es habe keine Verletzten oder Umweltschäden gegeben. Container seien nicht über Bord gegangen.

Schiffe in der Warteschlange

Die Havarie könnte sich nach Expertenansicht auf den Welthandel auswirken, denn der Suezkanal verkürzt die Schifffahrtswege zwischen Europa und Asien erheblich. Der Schiffsverkehr auf der engen ägyptischen Wasserstrasse stoppte am Dienstag.

Öltanker und andere Frachtschiffe scheinen am Südende des Kanals eine Warteschlange gebildet zu haben. «Jeden Tag fahren durchschnittlich 50 Schiffe durch den Kanal», sagte der Historiker und Seehandelsexperte Salvatore Mercogliano von der Campbell University in North Carolina. Jeder Tag, den der Kanal geschlossen sei, bedeute, dass keine Nahrungsmittel, Industrieprodukte und kein Treibstoff geliefert werden könnten.

(DPA/gux)

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