Riesen-Russe kratzt sich aus dem Knast
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Riesen-Russe kratzt sich aus dem Knast

Die Bewegungsmelder schlugen Alarm, doch die Wärter blieben sitzen: Ein 195 Zentimeter grosser Russe bedankte sich und floh durch ein 35 Zentimeter breites Loch aus einem deutschen Gefängnis.

Riesen-Blamage für Hamburger Vollzugsbeamte: Ein wegen Betruges inhaftierter Russe ist in der Nacht zum 30. Dezember aus einem Hamburger Gefängnis geflohen. Mit einem Brotmesser hat Oleg Buchilov den Mörtel aus den Fugen unter dem Fenster in seiner Einzelzelle geschabt, bis er mehrere Steine herauslösen konnte. Als der Spalt zwischen Gitter und Wand 35 Zentimeter breit war, zwang sich der 1,95 Meter grosse Mann hindurch.

Anschliessend seilte er sich mit einem Bettlaken zwei Stockwerke tief herunter und schlich über den Innenhof. Der wird zwar mit Bewegungsmeldern und Kameras überwacht, doch der ausgelöste Alarm liess die wachhabenden Wärter kalt. Der 25-Jährige erklomm über Fensterbretter die 5,5 Meter hohe Gefängnismauer, überwand den Stacheldraht und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

«Die Flucht war ebenso akrobatisch wie lebensgefährlich», zitiert das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» einen «fast schon anerkennenden» Justizsprecher Carsten Grote. Dass die Wärter nicht auf die drei ausgelösten Alarmsignale zwischen 2.08 und 2.11 Uhr reagiert haben, «kann Konsequenzen haben. Menschliches Versagen hat die Flucht erheblich erleichtert», so Grote.

Die Gefängnisleitung hat inzwischen reagiert. Leere Wachtürme wurden wieder besetzt, die Zellenfenster werden nun täglich, nicht mehr wöchentlich kontrolliert. «Dabei hätten die Arbeiten des Herrn Buchilov bei einer gründlichen Überprüfung auch schon früher auffallen müssen. Man gräbt sich nicht in einer Nacht aus dem Gefängnis», bemängelte Grote.

Eines hat der Russe, der kein Wort Deutsch spricht, zurückgelassen: einen Brief, in dem er seine Unschuld beteuert (sehen Sie hierzu auch die Bildstrecke über unschuldige Häftlinge). Er wolle jetzt den wahren Täter finden, schrieb er. Tönt nach einem Fall für Hollywood-Drehbuchautoren …

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