Riesenaufträge gehen an Bush-freundliche Firmen

Aktualisiert

Riesenaufträge gehen an Bush-freundliche Firmen

US-Unternehmen mit enger Verbindung zur Regierung von US-Präsident George W. Bush haben die lukrativsten Aufträge in Irak und in Afghanistan erhalten.

Dies zeigt eine Studie des «Zentrums für öffentliche Integrität» in Washington.

Die mehr als 70 Firmen mit Aufträgen in einem Gesamtvolumen von 8 Milliarden Dollar (rund 10,6 Mrd. Franken) hätten zusammen über 500 000 Dollar für Bushs Wahlkampf 2000 gespendet. Das sei mehr als jeder andere Kandidat seit 1990 von ihnen erhalten habe, heisst es in der Studie, die am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Cheney und Shultz

In dem Report der Organisation zur Überwachung politischer Praktiken wird allen voran Kellogg Brown & Root mit Aufträgen in Höhe von mehr als 2,3 Mrd. Dollar genannt. Die Ölfirma ist eine Tochter von Halliburton Co., einer einst vom jetzigen Vizepräsidenten Richard Cheney geleiteten Gesellschaft.

An zweiter Stelle liegt laut der Studie das Bauunternehmen Bechtel Group Inc. mit Aufträgen von über 1 Mrd. Dollar. Hier sieht die Organisation einen Zusammenhang damit, dass George Shultz, Aussenminister unter dem ehemaligen republikanischen Präsidenten Ronald Reagan, im Vorstand der Bechtel-Gruppe sitzt.

Fast jeder der zehn grössten Aufträge sei an Firmen gegangen, die ehemalige hochrangige Regierungsbeamte oder Personen mit engen Verbindungen zu den Aufträge vergebenden Ministerien oder zum Kongress beschäftigten, heisst es in der Studie weiter.

Insgesamt hätten die über 70 Unternehmen mit Aufträgen seit 1990 fast 49 Mio. Dollar für politische Parteien und Wahlkämpfe ausgegeben. Republikanischen Gremien erhielten laut der Analyse mit 12,7 Mio. Dollar fast doppelt so viel wie demokratische Einrichtungen.

Boucher: Nach Vorschrift

Richard Boucher, Sprecher des US-Aussenministeriums, erklärte dazu, die Aufträge seien schlicht an die Unternehmen mit den besten Angeboten vergeben worden. Alles sei strikt den Vorschriften entsprechend verlaufen.

Auch Halliburton und Bechtel erklärten, die Aufträge hätten nichts mit politischen Verbindungen zu tun. Derartige Darstellungen seien falsch. (sda)

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