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GlücksfallRiesenkristalle machen Strahler steinreich

Das Naturhistorische Museum Bern will für fünf bis sechs Millionen Franken die 2005 im Urnerland gefundenen Riesenkristalle kaufen. Die ganze Kristallgruppe, die in 32 Metern Tiefe in einer Kluft geborgen wurde, ist 250 Kilogramm schwer.

Der Jahrhundertfund soll so in der Schweiz bleiben und die Mineraliensammlung des Berner Museums weiter aufwerten. Der Präsident der Museumskommission, Georg Thormann, bestätigte am Samstag entsprechende Angaben der «Neuen Luzerner Zeitung» und sagte, bei den fünf bis sechs Millionen Franken handle es sich erst um eine «Arbeitszahl». Die Verträge seien noch nicht unterschrieben.

Das Geld dient auch nicht nur zum Kauf der Riesenkristalle. Mit dem Betrag soll das Museum baulich so angepasst werden, dass die Mineraliensammlung des Naturhistorischen Museums Bern und die Urner Funde künftig optimal präsentiert werden können. Dafür läuft ein Ideenwettbewerb.

Laut Thormann ist die sogenannte Alpine Zerrkluft- Mineraliensammlung des Berner Museums schweizweit wenn nicht weltweit die beste. Mit dem geplanten Ankauf gehe es nicht zuletzt auch darum, die Riesenkristalle öffentlich zugänglich zu machen. Auch soll Bern damit eine neue Attraktion erhalten und weiter aufgewertet werden.

An der Urne im Dezember

Geplant ist, dass die Burgergemeinde Bern den Hauptteil der Finanzierung trägt. Ihre gehört das Naturhistorische Museum Bern. Die Exekutive der Burgergemeinde hat bereits der Legislative einen Kreditantrag unterbreitet. Um welchen Betrag es geht, wollte Thormann nicht präzisieren. Die Legislative entscheidet im Oktober.

Stimmt die Legislative zu, kommt es im Dezember zu einer Urnenabstimmung der Burgergemeinde. Thormann ist zuversichtlich, dass es klappt. Wenn alles so laufe, wie geplant, seien die Riesenkristalle im Frühling 2011 in Bern zu sehen.

Bisher in Flüelen zu sehen gewesen

Die Riesenkristalle wurden 2005 von zwei Berufsstrahlern am Urner Planggenstock gefunden und 2006 gehoben. 2007 hiess es noch, sie blieben in Familienbesitz. Ziel der Familie sei es, in Flüelen UR eine permanente Ausstellung einzurichten. Dort waren sie im Frühling 2007 auch schon ausgestellt.

Die ganze Kristallgruppe, die in 32 Metern Tiefe in einer Kluft geborgen wurde, ist 250 Kilogramm schwer. Markantestes Stück ist eine Rauchquarzgruppe mit einer Spitze von einem Meter Länge. Sie sei nach Ansicht von Fachleuten einmalig, hiess es 2007.

Allerdings fand einer der beiden Strahler zusammen mit einem anderen Kollegen 2008 wieder am Planggenstock erneut Riesenkristalle. Der Fund sei noch schöner und noch grösser als der «Jahrhundertfund» von 2005.

(sda)

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