Aktualisiert 23.07.2018 17:18

Kirchenfeldbrücke gesperrtRiesenumfahrung – die Berner nehmens gelassen

Bis im November sind ÖV und Individualverkehr auf der Berner Kirchenfeldbrücke stark eingeschränkt. Die meisten Berner nehmen es locker – doch nicht alle.

von
ber

Reaktionen von der Kirchenfeldbrücken-Baustelle. (Video: bho/ber)

Die Kirchenfeldbrücke wird derzeit saniert. Seit Montag ist das Befahren der Brücke nicht mehr möglich. Bis im November wird der gesamte Verkehr, der sonst über die Brücke führt, umgeleitet. Jetzt ist es nur noch Fussgängern und Velofahrern, die ihr Gefährt schieben müssen, erlaubt, die Brücke zu überqueren. 20 Minuten hat vor Ort den Puls der Passanten gefühlt. Fazit: Sie gehen erstauntlich entspannt mit der neuen Situation um.

«Ich benutze mein Fahrrad wie ein Trottinett»

«Es ist halt notwendig. Besser so, als wenn die Brücke einstürzen würde», heisst es fast unisono. Eine Dame aus der Westschweiz, die in Bern arbeitet und stets mit dem Velo unterwegs sei, weiss, wie sie trotz der Verkehrsbehinderungen schnell vorwärts kommt: «Ich benutze mein Fahrrad auf der Brücke wie ein Trottinett; letzteres ist nirgends als verboten deklariert.» Dies tue sie natürlich aber nur, wenn gerade keine Fussgänger entgegenkommen.

Eine weitere Frau nahm sich am Montag extra Zeit, ihren vorübergehend längeren Arbeitsweg während der Sanierung zu rekognoszieren – die für sie perfekte Umfahrung habe sie nun gefunden: «Ich lasse mich voll und ganz auf die neue Situation ein und arrangiere mich damit.»

Ein Berner sieht dem Verkehrshindernis derzeit noch gelassen entgegen. Jedoch sei er sich nicht sicher, ob das in einigen Monaten immer noch so sein wird: «Bei Regen oder Schnee werde ich mich dann bestimmt mehr nerven.»

«Heute Morgen wurde ich bereits als Arschloch betitelt»

Doch nicht alle sehen die Brücken-Sperrung so gelassen. Mitarbeiter der Berner Verkehrssicherheitsunternehmung NGS, die die Personenströme leitet, mussten am Tag eins schon Heftiges einstecken: «Heute Morgen wurde ich bereits als Arschloch betitelt. Aber mit solchen Beleidigungen gehen wir professionell um.» Jedoch betont er, dass zum Glück nur ein Bruchteil der Passanten ein solch unflätiges Verhalten an den Tag legen.

Umfahrung via Monbijou

Wer trotz der Baustelle vom Helvetiaplatz aus mit dem ÖV zum Bahnhof gelangen will, wird via Monbijou umgeleitet. Um Verwirrung bei den Reisenden zu vermeiden, werden diese Woche Mitarbeiter von Bernmobil sowohl beim Zytglogge als auch beim Baldachin offene Fragen beantworten. Tanja Flühmann von Bernmobil: «Wenn die Sommerferien vorbei sind, werden wieder Kundenberater im Einsatz stehen.»

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