Militärübung «Pilum 22» beginnt – das sagt die Community dazu

Aktualisiert

«Pilum 22»Riesige Militärübung – «Adios Steuergelder»

 Am Dienstag hat in fünf Kantonen die «Pilum 22» begonnen – eine einwöchige Übung, in der das Militär den Ernstfall probt. Die 20-Minuten-Community hat stark geteilte Meinungen dazu.

von
Gabriela Graber
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Vom 22. bis 29. November führt die Schweizer Armee im Mittelland eine Militärübung mit 5000 Armeeangehörigen durch.

Vom 22. bis 29. November führt die Schweizer Armee im Mittelland eine Militärübung mit 5000 Armeeangehörigen durch.

Schweizer Armee
«Pilum 22», die erste grosse Militärübung seit 1989, wird in den Kantonen Bern, Solothurn, Aargau, Luzern und Zürich stattfinden.

«Pilum 22», die erste grosse Militärübung seit 1989, wird in den Kantonen Bern, Solothurn, Aargau, Luzern und Zürich stattfinden.

Kapo/St. Gallen
In den betreffenden Kantonen ist mit Lärm, Verkehrsbehinderungen und Landschäden zu rechnen. Für Letztere ist das Schadenszentrum des Verteidigungsdepartements VBS zuständig.

In den betreffenden Kantonen ist mit Lärm, Verkehrsbehinderungen und Landschäden zu rechnen. Für Letztere ist das Schadenszentrum des Verteidigungsdepartements VBS zuständig.

VBS/DDPS

Darum gehts 

  • Vom Dienstag, 22. November, bis am Dienstag, 29. November, organisiert die Schweizer Armee ein grosses militärisches Übungsmanöver im Mittelland.

  • In den Kantonen Bern, Solothurn, Aargau, Luzern und Zürich kommt es zu Truppenbewegungen – es fahren Panzer und anderes schweres Militärgerät. 

  • Leserinnen und Leser haben sehr unterschiedliche Ansichten zur Übung. Viele finden sie zwingend notwendig, während etliche ihren Sinn und Zweck nicht sehen.

Es ist die grösste Militärübung seit 33 Jahren. «Pilum 22» startet heute Dienstag und dauert genau eine Woche. Mit 5000 beteiligten Militärs testet die Armee die eigene Fähigkeit, Land und Leute in einem bewaffneten Konflikt am Boden zu verteidigen, wie SRF berichtet. 

Das Manöver findet in fünf Kantonen im Mittelland statt. Wie Armeesprecher Daniel Reist gegenüber SRF angibt, werde dabei nicht geschossen, es sei mit Lärm, Landschäden und Einschränkungen im Verkehr zu rechnen. Ein Bezug zum Krieg in der Ukraine bestehe nicht. Reist betont jedoch auch, dass das Szenario – eine angespannte Lage unterhalb der Kriegsschwelle – genau die aktuelle Situation wiedergebe. Der Krieg in der Ukraine zeige: «Wir müssen in der Lage sein, unser Land zu verteidigen.»

«Allen eine unfallfreie Durchführung!»

Über 300 Leserinnen und Leser haben sich in der Kommentarspalte zu Wort gemeldet und ihre Ansicht zum Manöver kundgetan. Viele haben der Armee ihre Unterstützung ausgesprochen – genauso viele finden die Übung unnötig.

«Super Sache. Allen eine unfallfreie Durchführung!», schreibt User Cablewinder. «Ich wünsche der Schweizer Armee viel Kraft, Glück und Erfolg», kommentiert M.Buqa67. Ein weiterer User schreibt: «So cool! Ich möchte auch wieder mal Panzer fahren. Geniesst die Übung!»

«Schaut mal die Kriegsplätze an auf diesem Planeten!» 

Zahlreiche Mitglieder der Community geben an, solche Manöver als sehr zentral zu erachten. Die Militärführung könne damit aktuelle Erkenntnisse über die Einsatzfähigkeit ihrer Truppen ziehen und entsprechend beurteilen, wo Handlungsbedarf bestehe, so Thorius. Auch Beat1953 sieht die Relevanz der Übung, wie er schreibt: «An alle Militärgegner, schaut mal die Kriegsplätze an auf diesem Planeten!» Greentouch wirft ein: «Sich verteidigen zu können, bedeutet halt nicht nur, teure Flieger anzuschaffen …» 

«Es ist endlich Zeit, dass auch der Krisenfall trainiert wird», so WorldVoyager. Eine Militärübung dieser Art sollte es seines Erachtens alle fünf Jahre geben. «Die Verteidigung muss trainiert und eingespielt sein, damit eine Chance besteht. Wann kommt endlich die Militärpflicht für alle?», fragt er.

«Adios Steuergelder»

Etliche Leserinnen und Leser geben an, gegen das Manöver zu sein: «Chaos ist vorprogrammiert» und «Ein Kasperlitheater auf Raupen!», schreiben User lakelucerne und zigarettenschmuggler. 

Diverse Community-Mitglieder äussern zudem starke Kritik am Manöver wegen Treibstoffabgasen und Umweltschäden, die es verursachen würde. User Gerr findet zudem: «Während der Energiekrise für Tausende Liter von Treibstoff zu verschleudern und von der Bevölkerung zu verlangen, dass sie Ressourcen sparen soll? Da stimmt doch einiges nicht.»

Wie viele andere stört sich User Vanity-fair an den hohen Kosten für die Übung: «Adios Steuergelder. Heutzutage sind solche Übungen vollkommen obsolet. Im Ernstfall sieht eh alles anders aus.» 

 «Bedenklich, wie viel Negatives man sich als Armeeangehöriger anhören muss»

«Es hat noch selten eine Übung geklappt, bei der ich dabei war. Es gab falsche Alarme, abgebrochene Kommunikation und weitere Probleme», will MarkMyword erlebt haben. Luserhagu schreibt: «Erfahrungsgemäss wäre unsere Armee nach spätestens zwei Stunden kampfunfähig, weil die privaten Handys nicht mehr funktionieren.» Auch opinia macht sich lustig: «Wieder wie in der Bibel. Sie trugen seltsame Gewänder und irrten planlos umher.»

Doch User Whatreallycounts kontert: «Es ist bedenklich, wie viel Negatives man sich als Angehöriger der Armee anhören muss. Ihr vergrault dadurch doch die Menschen, die im Ernstfall ihr Leben für euch riskieren.» Auch karussellpferd ist frustriert: «Tut das Militär nichts, ist es falsch, gibt es Militärübungen, ist es falsch! Was ist nun richtig?» 

Was hältst du von so grossen Militärübungen? 

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