Rauchsäule über Leverkusen - Riesige Explosion in Entsorgungsanlage fordert mindestens zwei Todesopfer
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Rauchsäule über LeverkusenRiesige Explosion in Entsorgungsanlage fordert mindestens zwei Todesopfer

In Leverkusen (NRW) ereignete sich am Dienstag eine grosse Explosion auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma. Ein gewaltige Wolke giftiger Rauch steigt auf. Die Polizei weist die Bevölkerung an, die Fenster geschlossen zu halten.

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In Leverkusen ist es zu einer riesigen Explosion in einer Verbrennungsanlage gekommen.

In Leverkusen ist es zu einer riesigen Explosion in einer Verbrennungsanlage gekommen.

ANNA FROSS via REUTERS
Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark auf. Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr sind vor Ort.

Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark auf. Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr sind vor Ort.

Mirko Wolf/dpa
Videos auf Twitter zeigen die gewaltigen Rauchwolken.

Videos auf Twitter zeigen die gewaltigen Rauchwolken.

Twitter/Screenshot

Darum gehts

  • In Leverkusen (NRW) gab es eine gewaltige Explosion beim sogenannten Chempark.

  • Anwohner sollen Schutz suchen und Fenster und Türen geschlossen halten.

  • Die schwarze Rauchwolke ist kilometerweit zu sehen.

Bei einer Explosion im Chempark Leverkusen sind am Dienstagmorgen nach Angaben der Kölner Polizei mehrere Menschen verletzt worden. Wie die Betreiberfirma Currenta am Mittag mitteilte, wurden nach dem Unglück in der Müllverbrennungsanlage noch fünf Mitarbeiter würden vermisst. Laut Stadt Leverkusen wurden vier Schwerverletzte und zwölf Verletzte geborgen. Gegenüber der «Bild» bestätigte die Stadt später einen Toten. Die Nachrichtenagentur AFP meldete am Dienstagabend, dass mindestens zwei Personen beim Unfall gestorben sind.

«Die Suche nach den Vermissten läuft weiter auf Hochdruck. Leider schwindet die Hoffnung, sie lebend zu finden zusehends», erklärte Chempark-Leiter Lars Friedrich gegenüber AFP. Dutzende Menschen wurden bei dem Unglück verletzt.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben des Unternehmens aus bisher unbekannter Ursache gegen 09.40 Uhr im Tanklager des Entsorgungszentrums Bürrig. Danach kam es zu einem Brand in dem Tanklager. Anwohner des Chemiebetriebs wurden aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis in die Warnstufe «Extreme Gefahr» ein.

«Wir haben hier eine schwere Stunde in Leverkusen mit einem Toten. 16 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer», sagte Lars Friedrich vom Chempark an der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag. «Nach vier Personen wird noch immer gesucht.» Stephan Hummel von der Currentas Werksfeuerwehr ergänzt, dass man nach der Meldung zur Detonation die Bevölkerung sehr schnell gewarnt habe. «Wir sind jetzt daran, die vermissten Personen ausfindig zu machen.» Da «chlorierte Lösungsmittel» gebrannt haben, wurde die Bevölkerung angewiesen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr und Luftmesswagen waren im Einsatz. Erste Luftmessungen der Umweltschutzeinheiten im Kölner Norden ergaben laut Feuerwehr gegen Mittag, dass derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Messungen würden fortgesetzt. Gleichwohl wurden Autofahrer aufgefordert, Fahrzeugfenster geschlossen zu halten und die Lüftungen auszustellen.

Mehrere Verletzte

Nach der Explosion brannte nach Angaben der Stadt ein Tank mit Lösungsmitteln. «Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war. Das ist nun geschehen. Die Löscharbeiten beginnen», teilte die Kommune am Mittag mit.

Die gesamten Auswirkungen der Explosion im Stadtteil Wiesdorf waren laut einer Leverkusener Stadtsprecherin zunächst unklar. «Ausmass und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt», erklärte auch die Polizei zur «derzeit noch unübersichtlichen» Lage. «Wir sind mit vielen Polizeikräften vor Ort und klären die Situation.»

Wegen der «grösseren Schadenslage» wurde die Autobahn 1 bei Leverkusen gesperrt, wie die Polizei via Twitter mitteilte. Von der Vollsperrung betroffen waren das Autobahnkreuz Leverkusen-West sowie die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord. Gesperrt waren auch die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und dem Autobahndreieck Langenfeld sowie die A59 zwischen Autobahnkreuz Monheim-Süd und Autobahnkreuz Leverkusen-West, wie die zuständige Autobahn GmbH mitteilte.

Sondermüll und giftige Stoffe

Beim Chempark Leverkusen handelt es sich um einen der grössten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt. Auf dem Areal der Müllentsorgungsanlage werden, nach eigenen Angaben der Betreiberfirma Currenta, unter anderem Sondermüll und giftige Stoffe gelagert und entsorgt, wie «Bild» schreibt. Im Chempark werden rund 5000 Chemikalien hergestellt.

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Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark auf. Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr sind vor Ort.

Eine dunkle Rauchwolke steigt über dem Chempark auf. Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr sind vor Ort.

Mirko Wolf/dpa
Videos auf Twitter zeigen die gewaltigen Rauchwolken.

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Die Luftdruckwelle sei bis nach Bonn spürbar gewesen, schreibt ein 20-Minuten-Leser.

Die Luftdruckwelle sei bis nach Bonn spürbar gewesen, schreibt ein 20-Minuten-Leser.

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(DPA/AFP/roa/kat/trx/dmo)

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