Riesige Schäden in der Altstadt von Laufen
Aktualisiert

Riesige Schäden in der Altstadt von Laufen

In den beiden Basel hat sich die Lage nach dem Hochwasser entspannt, die Pegel von Flüssen und Bächen gingen deutlich zurück. Im besonders stark betroffenen Laufen BL entstand in einigen Liegenschaften gravierender Sachschaden.

Im gesamten Baselbiet nahmen Angehörige von Feuerwehr und Zivilschutz am Freitag die Aufräum- und Instandstellungsarbeiten in Angriff. Zahllose Keller standen nach Polizeiangaben nach wie vor unter Wasser.

Im Laufental, wo auch am Ufer der Birs und im Kulturland die Spuren des Hochwassers beseitigt werden müssen, dauern die Arbeiten sicher noch bis nächsten Mittwoch. In der Birs hatte sich die Wassermenge am Donnerstagmittag auf den Rekordwert von über 372 m3 pro Sekunde verzehnfacht. 24 Stunden später wurden noch gut 136 m3 gemessen.

Unbewohnbare Wohnungen in Laufen

Besonders grosse Schäden hat die Birs in Laufen angerichtet, wo das Hochwasser in der Altstadt am Donnerstag zeitweise einen Meter hoch stand. Nach Auskunft der Behörden sind einzelne Wohnungen so stark beschädigt worden, dass sie bis nach der Sanierung nicht mehr nicht mehr bewohnba sind.

Vom Hochwasser direkt betroffen waren in Laufen rund 1100 der 5100 Einwohner. Manche waren auch am Freitag noch ohne Strom und Gas. Die Altstadt muss nun vom Schlamm befreit werden und ist voraussichtlich erst am Samstag wieder zugänglich.

Für die Räumarbeiten standen am Freitag in Laufen rund 100 Feuerwehrleute und Zivilschützer im Einsatz. Die Behörden riefen die Bevölkerung zu sparsamem Trinkwasserkonsum auf, weil die Versorgung gegenwärtig über die Reserve läuft. Diese soll bis am Montag reichen.

Schadenhöhe noch offen

Über das finanzielle Ausmass der Hochwasserschäden in Laufen waren am Freitag keine Angaben erhältlich. Sie sollen jedoch höher sein als beim letzten grossen Hochwasser von 1973. Damals belief sich die Schadensumme auf rund 10 Millionen Franken.

Auch über die Höhe der Schaden im ganzen Kanton Baselland lagen am Freitag keine konkreten Angaben vor. Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) nahm bisher über 1000 Schadenmeldungen entgegen, davon rund 200 aus Laufen. Für das ganze Kantonsgebiet wird mit Gebäudeschäden von 8 bis 10 Millionen Franken gerechnet.

Von den am Donnerstag im Baselbiet gesperrten Strassen waren am Freitag alle wieder offen. Als letzte konnte am Nachmittag auch die Verbindung Oberdorf-Bennwil freigegeben werden. Auch die Stromversorgung im Einzugsgebiet der EBM war wieder gewährleistet, teilweise allerdings durch Notstromgruppen.

Von Stromunterbrüchen betroffen waren am Donnerstag 6800 Kunden der EBM. 6000 waren höchstens eine halbe Stunde ohne Strom, die übrigen dagegen bis zum ganzen Tag. Die EBM, deren Firmenareal in Münchenstein ebenfalls unter Wasser stand, rechnet mit einem Sachschaden zwischen 500 000 Franken und einer Million.

Im Kanton Basel-Stadt, der am Donnerstag von Überschwemungen knapp verschont blieb, entspannte sich die Lage ebenfalls. Der Pegel des Rheins sank bis Freitagmittag um rund eineinhalb Meter, lag aber weiterhin über der zweiten Hochwassermarke. Die Sandsäcke werden deshalb vorerst nicht wegeräumt. Die Krisenorganisation wird zudem wie auch im Baselbiet aufrechterhalten.

Schifffahrt teilweise freigegeben

Die Schifffahrt auf dem Rhein wurde am Freitagmittag zwischen Basel und Kembs (F) sowie Rheinfelden AG und Birsfelden BL wieder freigegeben. Gesperrt blieb die Strecke Birsfelden-Basel, auf der die Mittlere Brücke ein Nadelohr bildet. Rund 30 Rheinschiffe waren wegen in den Basler und Baselbieter Häfen vorübergehend blockiert.

Die Basler Berufsfeuerwehr wurde am Donnerstag wegen des Hochwassers zu rund 60 Einsätzen aufgeboten. In den meisten Fällen handelte es sich um überflutete Keller. Auch am Freitag standen wegen des hohen Grundwasserpegels in Basel noch rund 15 Keller unter Wasser.

Der Basler Krisenstab warnte am Freitag vor dem Schwimmen im Rhein. Dies sei wegen der enormen Fliessgeschwindigkeit des Stroms lebensgefährlich. Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft verschob das traditionelle Rheinschwimmen mit jeweils Tausenden Teilnehmenden aus Sicherheitsgründen vom nächsten Dienstag auf übernächste Woche. (sda)

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