Aktualisiert 05.08.2008 11:22

Unfall auf hoher SeeRiesige Welle kracht auf Katamaran - 24 Verletzte

Beim Unfall eines Hochgeschwindigkeits-Katamarans auf hoher See sind 24 Urlauber auf dem Rückweg von Helgoland zum Teil schwer verletzt worden.

Bei starkem Seegang traf eine riesige Welle den Katamaran und riss eine Bugreling aus der Verankerung. Diese durchschlug mit voller Wucht eine Panoramascheibe. Durch umherfliegende Glassplitter wurden 24 der insgesamt 361 Fahrgäste der «MS Polarstern» zum Teil schwer verletzt, wie Jörg Lobeck, Sprecher der Wasserschutzpolizei Emden, am Dienstag sagte.

Bis sie ärztlich behandelt werden konnten, mussten sie aber noch bange drei Stunden warten. Denn solange brauchte das Schiff, um die ostfriesische Insel Borkum anzulaufen. 16 Passagiere konnten wegen Schnittverletzungen und Prellungen ambulant versorgt werden, fünf kamen ins Inselkrankenhaus. Drei Reisende wurden so schwer verletzt, dass sie mit einem Rettungshubschrauber zum Klinikum Emden geflogen werden mussten.

Nach den Erkenntnissen der Polizei ereignete sich der Unfall am Montag, gegen 18.15 Uhr, etwa auf halber Strecke zwischen Helgoland und der Insel Norderney im sogenannten Trennungsgebiet Terschelling-German Bight und damit auf der Hauptverkehrsroute der grossen Containerschiffe nördlich der ostfriesischen Nordseeinseln.

Die Ermittlungen müssten nun zeigen, ob zum Beispiel ein Materialfehler, ein Fehler des Kapitäns oder Wartungsversäumnisse schuld an dem Unfall waren, sagte Polizeisprecher Lobeck der Nachrichtenagentur AP. Am Montagabend hatten nach seinen Angaben Windstärken von 5 bis 6 geherrscht. Die Wellen dürften laut Lobeck etwa 2,50 Meter hoch gewesen sein.

Wartungsfehler scheiden nach Ansicht der Sprecherin der Reederei des Katamarans, der AG Ems, als Unglücksursache aus. Das Schiff sei vorschriftsmässig jährlich in der Werft. «Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da was war», sagte Corina Habben. Denkbar sei höhere Gewalt. Die Schiffe würden von erfahrenen Nautikern geführt. Die Reederei wolle vor öffentlichen Stellungnahmen aber zunächst intern den Hergang der Ereignisse recherchieren.

Nach Angaben der Reederei ist der Katamaran sieben Jahre alt. Er erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 42 Knoten entsprechend rund 77,8 Stundenkilometer. Maximal kann er 402 Fahrgäste befördern. (dapd)

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