Aktualisiert 25.06.2019 08:15

Phantom der Tiefe

Riesiger Tintenfisch im Golf von Mexiko entdeckt

Erst zum zweiten Mal überhaupt ist es Forschern gelungen, einen Riesenkalmar in freier Wildbahn zu filmen. Das Exemplar dürfte bis zu 3,7 Meter lang sein.

von
jcg

Ein bisschen gruselig sind die Aufnahmen aus den Tiefen des Golfs von Mexiko schon: Sie zeigen, wie aus absoluter Dunkelheit plötzlich die zehn Arme eines Riesenkalmars erscheinen. Angelockt wurde der Tintenfisch durch die sogenannte E-Jelly, eine künstliche Qualle, die als Köder an einem ferngesteuerten U-Boot der US-Ozeanografie­behörde NOAA angebracht worden ist. Schnell wird dem Riesenkalmar im Video klar, dass die E-Jelly nicht essbar ist, und so schnell wie er gekommen war, war er auch wieder weg.

Die Begegnung Anfang letzter Woche mag kurz gewesen sein, für Experten ist sie von unschätzbarem Wert. Denn bisher konnte erst einmal ein lebender Riesenkalmar gefilmt werden. Das war 2012 vor der japanischen Küste.

Überraschter Tintenfisch

Die aktuellen Aufnahmen stammen aus einer Tiefe von 759 Metern von einem Exemplar, das zwischen 3 und 3,7 Meter gross ist. Edith Widder, die bereits an den Aufnahmen 2012 beteiligt war, sagte zu den Aufnahmen: «Das Wichtigste ist, dass wir hier nicht etwa ein Monster entdeckt haben.» Der Riesenkalmar sei gross und sicherlich ungewöhnlich aus einer menschlichen Perspektive.

Doch wenn das Video etwas zeige, dann den Charakter des Tieres. «Es zeigt, dass das Tier durch seinen Fehler überrascht wurde, und sich zurückzog, nachdem es nach etwas gegriffen hatte, was zuerst anziehend aussah, aber offensichtlich keine Nahrung war», erklärt Widder.

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