Aktualisiert 23.01.2008 16:49

Riesiges Loch im US-Haushalt

Das US-Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr auf 250 Milliarden Dollar emporschnellen. Und durch das von Präsident Bush geplante Konjunkturpaket werden weitere 100 Milliarden Dollar auf den Haushalt zukommen.

Das teilte das unabhängige Haushaltsamt des Kongresses (CBO) mit. Ein Grund für das wachsende Defizit sei der sich ankündigende wirtschaftliche Abschwung. Aus informierten Kreisen verlautete, dass für 2008 wegen gesunkener Unternehmensgewinne auch mit zurückgehenden Steuereinnahmen zu rechnen ist.

Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Senat, der Demokrat Kent Conrad, erwartete für das kommende Jahr sogar ein Defizit von insgesamt 350 Milliarden Dollar (381 Milliarden Franken). Diese Zahl ergebe sich, wenn das von Bush vorgeschlagene Konjunkturprogramm mit einberechnet werde, erklärte Conrad. Die Prognose des CBO, die sich auf statistisches Datenmaterial stützt, geht für 2008 nicht von einer Rezession aus, sondern von einem Wachstum von 1,7 Prozent. 2007 wuchs die Wirtschaft um 2,2 Prozent.

Im Detail rechnete das CBO mit einem Defizit von 219 Milliarden Dollar, dazu kämen aber noch weitere Kosten für die Einsätze im Irak und in Afghanistan, daher sei von 250 Milliarden auszugehen, hiess es. Im vergangenen Jahr lag das Haushaltsdefizit bei 163 Milliarden Dollar (111 Milliarden Euro). 2004 betrug der Fehlbetrag im Haushalt 413 Milliarden Dollar.

Präsident Bush traf unterdessen mit der Mehrheitsführerin im Kongress, der Demokratin Nancy Pelosi, und weiteren Abgeordneten zusammen, um über die Umsetzung des Konjunkturprogramms zu sprechen. Bush hat zur Unterstützung der strauchelnden Konjunktur ein Paket von Steuererleichterungen angeregt, das rund 145 Milliarden Dollar (etwa 100 Milliarden Euro) kosten soll. (dapd)

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