Verstoss gegen Treuepflicht: Rieter Holding AG zeigt eigene Verwaltungsräte an
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Strafanzeige von GrosskonzernRieter-Verwaltungsräte wehren sich gegen Vorwürfe

Zwei Verwaltungsräte von Rieter sollen gegen die Treuepflicht verstossen haben. Sie werden angezeigt. Die Betroffenen wehren sich.

von
Thomas Mathis
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Rieter kauft für 300 Millionen Franken drei Geschäfte.

Rieter kauft für 300 Millionen Franken drei Geschäfte.

Landbote / Marc Dahinden
Bei der Transaktion soll die gesetzliche Treuepflicht von zwei Verwaltungsräten verletzt worden sein.

Bei der Transaktion soll die gesetzliche Treuepflicht von zwei Verwaltungsräten verletzt worden sein.

Landbote / Marc Dahinden

Darum gehts

  • Rieter übernimmt für 300 Millionen Franken drei Geschäfte.

  • Bei der Transaktion sei es seitens zweier Verwaltungsräte zu schwerwiegenden Verletzungen gekommen.

Der Winterthurer Konzern Rieter übernimmt drei Geschäfte von Saurer Netherlands Machinery. Unter anderem durch den Erwerb einer automatischen Spulmaschine wolle man das Angebot im Bereich der Spinnerei vervollständigen. Der Kaufpreis beträgt 300 Millionen Franken, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heisst.

Darin ist auch von schwerwiegenden Verletzungen der gesetzlichen Treuepflicht, der Pflicht zur Wahrung von Geschäftsgeheimnissen sowie des Code of Conduct die Rede. Luc Tack und Stefaan Haspeslagh, beide Mitglieder des Verwaltungsrats, sollen interne Informationen dazu benutzt haben, die von Rieter geführten Verhandlungen durch ein eigenes Angebot zu konkurrenzieren. «Der Verwaltungsrat sieht darin eine erhebliche Verletzung der Interessen von Rieter», heisst es. Diese habe eine weitere Zusammenarbeit unmöglich gemacht.

Kein «formelles» Angebot

Der Verwaltungsrat beabsichtigt, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, an der die beiden Mitglieder abberufen werden sollen. Zudem werde der Verwaltungsrat Strafanzeige einreichen.

In einer gemeinsamen Mitteilung wehren sich die zwei Angeschuldigten nun. Sie hätten zu jeder Zeit die im Rahmen eines möglichen Interessenskonflikts geltenden Governance-Regeln beachtet. Ein «formelles» Angebot von Picanol, bei dem Tack der Konzernchef und Haspeslagh der Verwaltungsratspräsident ist, sei nie gemacht worden. Man ­bedaure die unternommenen Schritte von Rieter zutiefst. Sie würden bei den Untersuchungen kooperieren, um nachzuweisen, dass die Anschuldigungen «unbegründet» seien.

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