Rinder-Importe aus Grossbritannien wieder zugelassen
Aktualisiert

Rinder-Importe aus Grossbritannien wieder zugelassen

Zwanzig Jahre nach erstem BSE-Fall in Grossbritannien lässt die Schweiz ab dem 5. Juni den Import von Rindern aus Grossbritannien wieder zu.

Diesen Entscheid fällte am Dienstag das Bundesamt für Veterinärwesen, nachdem auch die EU den Importstopp aufhob.

Ab dem 5. Juni ist auch die Einfuhr von nicht entbeintem Fleisch wieder erlaubt. Fleisch ohne Knochen war immer zugelassen, wie das BVET präzisiert.

Die Schweiz war 1990 eines der ersten Länder, das die Einfuhr von Rindern und nicht entbeintem Fleisch aus Grossbritannien verbot- was das Auftreten von BSE in der Schweiz allerdings nicht verhindern konnte. Die Europäische Union (EU) folgte 1996 mit einer ähnlichen Importregelung.

In Grossbritannien wurden letztes Jahr noch 225 BSE-Fälle regisitriert - gegenüber 37 000 im Jahre 1992. Der weltweit allererste Fall trat 1986 auch in diesem Land auf. In der Schweiz wurden 2005 wie schon 2004 noch drei Fälle der Bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE) festgestellt.

Wirksame BSE-Bekämpfung

Die Aufhebung des Importstopps sei eine Folge der wirksamen BSE- Bekämpfung und der geltenden Schutzmassnahmen in Grossbritannien. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gehe deshalb von Grossbritannien kein grösseres Risiko aus als von anderen EU-Mitgliedsländern, schreibt das BVET.

Somit dürfen nun Rinder, die nach dem 1. Juni 2001 geboren sind, wieder in die Schweiz eingeführt werden. Diese Altersgrenze ist in den bilateralen Verträgen geregelt und gilt für alle EU-Länder.

Die Aufhebung des Embargos gegen Grossbritannien kommt etwa zweieinhalb Jahre nach dem Entscheid, Schweizer Rindfleisch wieder EU-weit zum Markt zuzulassen. Die Schweiz wies - wenn auch in weit geringerem Ausmass als Grossbritannien - europaweit am zweitmeisten BSE-Fälle auf.

Der Erreger nach Ansicht von Fachleuten als Ursache für die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen. Daran sind nachweislich etwa 150 Menschen gestorben, die meisten von ihnen in Grossbritannien.

(sda)

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