Guy Boucher weg: «Ringelreihe» beim SCB – Fans rechnen mit Playouts
Aktualisiert

Guy Boucher weg«Ringelreihe» beim SCB – Fans rechnen mit Playouts

Seit Mittwoch ist Guy Boucher nicht mehr SCB-Trainer. Für die Fans kam die Nachricht nicht überraschend – mit der aktuellen Lösung sind aber nicht alle zufrieden.

von
Annina Häusli

Obwohl schon bekannt war, dass Boucher den Verein per Ende Saison verlässt, wurde der Trainer nun vorzeitig entlassen. An einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch gaben die Verantwortlichen bekannt, dass Guy Boucher nicht länger Trainer des SCB sein wird. Bis Ende Saison übernimmt der bisherige Assistenz-Trainer Lars Leuenberger, seinen Posten füllt der bisherige Coach der Elite-Junioren, Marco Bayer. Auch Sportchef Sven Leuenberger, der Bruder des neuen Trainers, tritt zurück. Neuer Sportchef wird der ehemalige Spieler Alex Chatelain.

Die Fans schauen nach dem Entscheid mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Für Martin Megert, Betreiber des Blogs «hardboiled SCB», kam die Entlassung nicht überraschend: «Es war nur noch eine Frage der Zeit,» schreibt er auf seinem Blog. Der Club habe nicht stagniert, sondern Rückschritte gemacht. Für Megert ist das ganze ein «Ringelringelreihe», ein munteres Wechselspiel. «So quasi wie im Militär – der Koch hat unhygienisch gekocht und wurde versetzt, dafür wurde der Tellerwäscher zum Koch befördert, den zurückgetretenen Fourier hat man dann mit einem Rekruten ersetzt. Oder so.»

«Ich hätte Lars auch gleich entlassen»

Auch Thomas Reuteler vom SCB Fanclub Innerschweiz ist von der Entlassung nicht überrascht. «Für mich hatte sich Boucher gedanklich schon vom Team verabschiedet.» Die Reissleine habe gezogen werden müssen, damit zum Erfolg zurückgekehrt werden könne. Skeptisch in die Zukunft blickt Martin Eggli vom SCB Fanclub Bärefüür Seeland. «Ich hätte Lars nicht bis Ende Saison an die Bande gestellt, höchstens bis Weihnachten, und die Zeit genutzt, um einen neuen Trainer zu finden.»

Ähnlich tönt es bei Renato Stefani, Präsident des SCB-Fanclubs Mutzebügler. Wie Eggli glaubt auch er nicht, dass Lars Leuenberger die Mutzen wieder über den Strich holen kann: «Ich hätte ihn auch gleich entlassen. Dass er der Sache nicht gewachsen ist, hat sich ja schon beim letzten Mal gezeigt.» Heinz Nacht, Vizepräsident des SCB-Fanclubs Aare-Gürbetal, glaubt zwar, dass Leuenberger ein fähiger Coach ist. Aber: «Ich frage mich, ob der SCB für ihn nicht eine Nummer zu gross ist.»

Mindestens fünf Punkte holen

Ob der Trainerwechsel etwas gebracht hat, wird sich in den nächsten Spielen zeigen: «Wenn wir nicht mindestens fünf Punkte aus den nächsten zwei Spielen holen, wird es schwierig», sagt Megert. Am Freitag steht das Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron auf dem Plan, am Samstag folgt das Auswärtsspiel gegen Lausanne.

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