Aktualisiert 25.06.2009 12:22

St. Gallen«Ringen unter Veranstaltern wird härter»

In zwei Tagen startet das Openair St. Gallen. Im Interview mit 20 Minuten spricht Festivalchef Christof Huber über das Line-up, Konkurrenz und die Sicherheitspolitik.

von
Tobias Bolzern

Auf kommerzielle Headliner wie Lenny Kravitz wird 2009 verzichtet. Wieso?

Christof Huber: Künstlergagen werden immer teurer: Dieses Jahr geben wir 1,8 Millionen aus. Das sind rund 30% des Gesamtbudgets. Da engagiert man lieber drei qualitativ gute, aber kleinere Bands als einen teureren Headliner.

Wirkt sich das auf den aktuellen Vorverkauf aus?

Mit 25  000 verkauften Tickets sind wir leicht über den Zahlen vom Vorjahr und auf gutem Kurs für ein ausverkauftes Festival. Das ist vor allem unserem Stammpublikum zu verdanken, das über 70 Prozent aller Besucher ausmacht.

Trotzdem gibt es in der Schweiz unzählige Festivals. Wie stark ist da der Konkurrenzkampf?

Die Vielfalt an Openairs ist wirklich der helle Wahnsinn. Darum wird das Ringen unter den Veranstaltern, begehrte Bands exklusiv für einen Event zu verpflichten, von Jahr zu Jahr härter.

Immer wieder kommt es an Veranstaltungen zu Schlägereien. Wie gehen Sie mit diesem Thema um?

Das Festival gilt grundsätzlich als sehr friedlich. Trotzdem investieren wir jedes Jahr mehr in die Sicherheit. Wir stellen aber nicht einfach mehr Securitys an, sondern bilden sie mit Kursen ständig weiter.

Mehr Toiletten und weniger Matsch

Heute vor drei Wochen begannen im Sittertobel die Aufbauarbeiten fürs Openair St. Gallen. Mica Frei, Technischer Leiter des Festivals, ist bisher zufrieden: «Wir liegen im Zeitplan – und chaotische Zustände in der letzten Woche vor dem Festival sind normal.» Rund 250 Arbeiter und Helfer bauen Bühne, Festzelte, Bars und WCs auf. «Bei den Toiletten haben wir dieses Jahr nochmals aufgestockt und setzen vermehrt auf die WC-Wagen», so Frei. Dank Bodenplatten für die Lieferfahrzeuge ist auf dem Gelände trotz Regen noch wenig Schlamm zu entdecken. Falls die Wetterprognosen stimmen, sollte dies auch so bleiben: Ab Donnerstag soll das Wetter besser werden. (map)

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