Aktualisiert

Ringier steuert auf Rekordergebnis zu

Umsatz und Konzernergebnis seien am Steigen, die Rekordwerte des Jahres 2000 könnten übertroffen werden, sagte Ringier-Konzernchef Martin Werfeli am Dienstag in Zürich.

Werfeli zeigte sich namentlich mit dem Schweizer Geschäft zufrieden. Der Anzeigenerlös sei angesichts der Wirtschaftslage bemerkenswert gestiegen, die Betriebserlöse entwickelten sich etwa parallel zur Konsumentenstimmung. Die Reichweiten der einzelnen Titel seien erhöht worden. Die Umstellung des Ringier-Flaggschiffs «Blick» auf das Tabloidformat komme im Kioskverkauf gut an. Die Auflage steige langsam. Die Auflage des Wirtschaftsblatts «Cash» liege nach dem «kleinen Relaunch» über der Vorjahreshöhe, sagte Werfeli.

Verwaltungsratspräsident Michael Ringier betonte, die Auflagen zu steigern sei derzeit sehr hart. Die Leute läsen zwar noch, hätten aber, wohl als Folge der Rezession, ihr Kaufverhalten geändert. So bestehe häufig ein «Blick»-Abonnement für ein Mehrfamilienhaus, die Zeitung werde von Wohnung zu Wohnung weitergereicht. Die Westschweizer Tageszeit «Le Temps», an der Ringier zusammen mit Edipresse und andern Aktionären beteiligt ist, überschritt laut Werfeli erstmals die Gewinnschwelle.

Werfeli zeigte sich auch mit dem Druckereigeschäft zufrieden. Der Bereich Print Schweiz verzeichne ein gutes Jahr, die Druckerei in Adligenswil im Kanton Luzern sei voll ausgelastet. Positiv äusserte er sich über das kürzlich mit der NZZ eingegangene Joint Venture im Druckereibereich. Keine konkreteren Informationen gab es zum Projekt, zusammen mit andern Verlagen eine neue Zustellorganisation als Alternative zur Post aufzuziehen.

Auch zum Auslandgeschäft, vor allem in Osteuropa und in Asien, äusserte sich die Ringier-Spitze zufrieden. Das in Deutschland lancierte Monatsmagazin «Cicero» habe bisher die Erwartungen übertroffen, sagte Ringier. Es brauche aber noch ein paar Jahre, um den Titel dauerhaft zu etablieren. Das Anzeigengeschäft habe sich aber gut angelassen.

In den nächsten beiden Jahren ist laut Ringier die Schweiz der Investitionsschwerpunkt des Medienhauses. Es seien verschiedene Projekte unterwegs. Das Projekt «Neue Zeitung» sei noch nicht spruchreif. Ein solches Projekt koste sehr viel Geld, sagte Ringier und sprach von Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Angestammte Titel müssten den Lesern Zusatznutzen liefern, um die Auflage halten zu können, etwa wie der «Blick» mit der Dienstags-Beilage «Foto-Blick». (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.