Aktualisiert 06.01.2016 09:53

Olympia-CountdownRio-Marathon beginnt für Neuenschwander in Kenia

Marathonläuferin Maja Neuenschwander startet den Countdown für die Sommerspiele in Rio. Die Bernerin trainiert ab Mittwoch in Kenia.

von
Peter Berger

2015 war für Maja Neuenschwander «eine Traumsaison». Die 35-Jährige gewann mit dem Marathon in Wien ein grosses Rennen und lief im Herbst in Berlin mit der Schweizer Rekordzeit von 2:26 Stunden und Platz sechs mitten in die Weltspitze.

«Der nächste Traum ist am 14. August in Rio. Ich freue mich auf diese Herausforderung», beschreibt Neuenschwander ihre Ziele für das neue Jahr. Sie ist zwar noch nicht ­selektioniert, hat das Ticket für die Olympischen Spiele in Brasilien aber praktisch in der ­Tasche. Um für das Highlight gerüstet zu sein, begibt sich die Bernerin ab Mittwoch zum dritten Mal nach Kenia ins Trainingslager. In der Laufhochburg Iten logiert sie jedoch nicht in einer Hütte, sondern in einem Hotel. «Ich nehme damit jeweils die Variante ‹Kenia für Einsteiger› mit einem gewissen Komfort», sagt Neuenschwander. Für umgerechnet 10 Franken Gage sucht sie sich vor Ort kenianische Trainingskollegen. Ansonsten trainiert sie alleine. Nach dem Afrika-Abstecher steht am 28. Februar der Tokio-Marathon auf dem Programm.

Rang 53 in London

Es wird der letzte Marathon sein vor Rio. Geplant ist am 10. Juli noch der EM-Halbmarathon in Amsterdam. Trotz der Erfolge und Fortschritte im letzten Jahr gibt sich Neuenschwander für das Olympia-Rennen keinen Illusionen hin. In London belegte sie vor vier Jahren bei ihrer Olympia-Premiere Rang 53. «Damals qualifizierte ich mich erst in der Schlussphase. Jetzt habe ich mehr Gewissheit.» Trotzdem erwähnt sie das Wort Medaille nicht. «Das wäre vermessen. Wenn mir ein Effort gelingt, stehe ich vielleicht bei Rang 20. Denn die Weltspitze bei den Frauen läuft 2:20.»

Ob diese Zeit auch für sie realisierbar ist, weiss sie nicht. «Das ist das Schöne: Man weiss nicht, wozu man fähig ist. Als ich vor neun Jahren mit Marathons begann, lief ich 2:44. Dass ich mich um 18 Minuten verbessern könnte, war für mich damals undenkbar.» Sicher ist: Neuenschwander läuft auch nach Rio weiter. «Meine Vision ist der EM-Marathon 2018 in Berlin.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.