Aktualisiert 27.10.2009 12:55

Mord aus blossem HassRippen mit dem Messer durchtrennt

Mit der Befragung einer Gutachterin ist in Dresden der Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini fortgesetzt worden. Die Gerichtsmedizinerin berichtet, mit welcher Kraft der Täter zugestochen hat.

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kle

«Der Angeklagte muss mit erheblicher Wucht zugestochen haben, da mehrere knöcherne Strukturen durchtrennt worden sind», soll laut «Bild» die Gerichtsmedizinerin ausgesagt haben. 13 Messerstiche einer 18 Zentimeter langen Klinge haben Marwa El-Sherbini am Rücken getroffen.

Zwei weitere Stiche trafen Marwa El-Sherbini an den Armen. Doch der tödliche Stich war der ins Herz, so die Gutachterin weiter: Alex W. habe die Klinge des Brotmessers direkt in den Vorhof gerammt, von rechts nach links. Dabei seien der rechte Herzbeutel und die Herzkammer zerfetzt worden.

Mit der Befragung der Medizinerin hat in Dresden der zweite Prozesstag begonnen. Im Unterschied zum Vortrag nahm der Angeklagte auf Wunsch der Vorsitzenden Richterin Birgit Wiegand seine Sonnenbrille ab. Es herrschen weiter strengste Sicherheitskontrollen für Anwälte, Zeugen, Zuschauer und Journalisten. Bis zum Nachmittag sollten ein Richter, eine Staatsanwältin und ein Polizist zu der Bluttat vom 1. Juli gehört werden.

Mord aus purem Hass

Laut Anklage hat der 28-Jährige die Schwangere Ägypterin aus blossem Hass auf Nichteuropäer und Moslems erstochen. Das Verfahren wegen Mordes, versuchten Mordes sowie gefährlicher Körperverletzung hatte am Montag begonnen. Erster Zeuge nach Verlesung der Anklage war der bei der Attacke lebensgefährlich verletzte Ehemann des Opfers, ein 32-jähriger Doktorand.

In dem Verfahren sind bis zum 11. November zunächst elf Verhandlungstage terminiert und 30 Zeugen geladen. Die Bluttat hatte im In- und Ausland Entsetzen sowie Proteste in der islamischen Welt ausgelöst. (kle/sda)

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