Thurgauer Polizei ermittelt: Riskanter Luftkampf mit Drohnen und Feuerwerk

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Thurgauer Polizei ermitteltRiskanter Luftkampf mit Drohnen und Feuerwerk

Zwei Thurgauer haben am 1. August Feuerwerk an Drohnen montiert und abgefeuert – und das Ganze auf Youtube dokumentiert. Das könnte ein Nachspiel haben.

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vro/tab

Das Video des Thurgauers zeigt zwei Drohnen, die einander mit Feuerwerk beschiessen, und einen Flug über Frauenfeld bei Nacht.

Die zwei Mini-Helikopter fliegen knapp über den Dächern des Dorfes aufeinander zu und beschiessen sich gegenseitig mit Feuerwerk. Sie schweben nahe an einem mit Schweizerflagge drapierten Balkon vorbei, auf dem eine Familie beim Grillieren steht und den Flugobjekten verblüfft zusieht.

Auf dem Youtube-Video eines jungen Thurgauers mit dem Titel «1.-August-Drohnenflug» erscheint die Schrift: «Enemy aircraft, shoot it down» (feindliches Flugzeug, abschiessen). Der 20-Jährige hat zusammen mit seinem Bruder zwei Quadrokopter mit Feuerwerkskörpern und Kamera ausgestattet und in die Luft geschickt. Auf Facebook schreibt er: «Es handelt sich um eine spezielle Verwendung von Feuerwerk. Schaut euch das Video an!»

«Die Sicherheit ist nicht garantiert»

Was nach einem lustigen Bubenstreich aussieht, hätte auch ins Auge gehen können, wie Matthias Graf, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt. «Der Drohnenflug an sich ist über dem Dorf eigentlich kein Problem.» Die Richtlinien des Bundesamts für Zivilluftfahrt besagen, dass man den Flugkörper nicht über einer Menschenansammlung ab 100 Personen fliegen lassen darf. «Das ist hier ja nicht der Fall.»

Beim Feuerwerk sieht die Sache allerdings anders aus: Das Problem sei, dass die Drohnenpiloten keine Kontrolle über das Feuerwerk hätten, so Graf. «Deshalb ist die Sicherheit nicht garantiert.» Dies verstosse gegen das Sprengstoffgesetz.

Polizei ermittelt gegen die Piloten

Normalerweise lasse man ein Feuerwerk Richtung Himmel hinauf, im Video sehe man, dass es zum Teil aber nach unten gerichtet sei. Das sei nicht ungefährlich und könnte Menschen verletzen oder trockene Stellen in Brand setzen. «Wir werden deshalb das Gespräch mit den Drohnenpiloten suchen und haben Ermittlungen aufgenommen.» Über eine allfällige Bestrafung entscheide die Staatsanwaltschaft.

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